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Von null auf hundert: Die deutsche Rollstuhlcurling-Nationalmannschaft kämpft bei der B-WM im finnischen Lohja um den Aufstieg - und gleichzeitig auch um die Paralympics-Qualifikation

Christiane Putzich und Wolf Meissner | Foto: Ralf Kuckuck / DBSFür die deutsche Rollstuhlcurling-Nationalmannschaft steht viel auf dem Spiel: Vom 10. bis zum 15. April findet im finnischen Lohja die B-WM statt. Insgesamt zehn Teams kämpfen um den Aufstieg – doch über allem schweben auch die Paralympics. So hofft die deutsche Mannschaft auf ein Resultat unter den besten Drei, um die Chance auf eine Qualifikation für die Spiele in Peking 2022 zu wahren.

Im Zuge der Corona-Pandemie musste sich die Rollstuhlcurling-Nationalmannschaft lange gedulden, ehe sie Anfang März das erste Mal wieder gemeinsam trainieren konnte. Darauf folgten gleich drei weitere Lehrgänge mit einigen Testspielen gegen Curling-Teams ohne Behinderung. Trotz der begrenzten Möglichkeiten in der Vorbereitung ist Cheftrainer Helmar Erlewein sehr zufrieden mit seinem Team. „Curling spielen ist wie Fahrradfahren, das verlernt man so schnell nicht. In Lohja müssen die Athletinnen und Athleten das abrufen, was sie schon in den letzten Jahren gelernt haben“, berichtet er zum aktuellen Leistungsstand der Mannschaft. Nach einigen Veränderungen im Kader im Anschluss an die Paralympics in PyeongChang 2018 hat sich das Team in der vergangenen Saison bereits einspielen und kennenlernen können.

In Finnland erwartet die Nationalmannschaft ein straffes Programm mit möglichen elf Spielen innerhalb von nur sechs Tagen. Wegweisend werden bereits die ersten beiden Wettkampftage sein mit Duellen gegen die starke Konkurrenz aus der Schweiz und den USA. „Die beiden Spiele stellen direkt zu Beginn des Turniers eine Aufgabe, bei der die Mannschaft sich beweisen und zeigen kann“, betont Erlewein mit Blick auf die Teilnahme an der B-WM, die durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gefördert wird. Durch die Pandemie, die alle Teams getroffen hat, fällt Erlewein eine Prognose über den Ausgang des Turniers schwer. Für die deutschen Rollstuhlcurler ist das erste Ziel, die Gruppenphase unter den besten vier Teams abzuschließen. „Danach haben wir zwei Chancen, uns für den Aufstieg und die A-WM zu qualifizieren“, sagt Erlewein.

In der Gruppenphase wird ein Rundenturnier ausgespielt, bei dem jede der zehn Mannschaften einmal gegen alle anderen Teams antritt. Die vier Nationalmannschaften mit den meisten Punkten aus der Gruppenphase spielen im Halbfinale um den Einzug ins Endspiel und das Spiel um Platz drei. Die drei besten Mannschaften steigen in die A-Gruppe auf und qualifizieren sich damit für die WM in Peking im Oktober. Das wäre auch mit Blick auf die Paralympics von großer Bedeutung: Denn für eine Teilnahme an den Spielen 2022 fehlen dem deutschen Team noch mindestens zwei Qualifikationspunkte – und diese Punkte werden nur bei einer A-WM vergeben.

Ein erfolgreiches Abschneiden in Lohja und eine Qualifikation für die Paralympics würde somit auch der Präsenz des Sports guttun, der mit der Nachwuchssituation zu kämpfen hat. Erlewein betrachtet die aktuelle Lage daher auch mit leichter Sorge: „Natürlich hoffen wir, dass einige neue Interessierte hinzukommen und sich für unseren Sport begeistern. Wir wissen aber auch, dass es vielen Sportarten zurzeit ähnlich geht und nicht viele Sportlerinnen und Sportler aus der Jugend nachrücken.“ In Finnland könnte die deutsche Rollstuhlcurling-Nationalmannschaft ein Stück weit dafür sorgen, dass sie diesen Trend perspektivisch umkehrt. Es steht also viel auf dem Spiel bei dieser B-WM.

Die Ergebnisse des Turniers können auf der Homepage der World Curling Federation verfolgt werden.

Das deutsche Aufgebot für die B-WM:
Christiane Putzich (45, Curling Club Füssen & RSC Frankfurt, Hofgeismar), Burkhard Möller (53, Curling Club Schwenningen, Mannheim), Wolf Meißner (51, Curling Club Füssen & RSC Frankfurt, Offenbach), Melanie Spielmann (33, Eintracht Frankfurt, Wertheim am Main), Christoph Gemmer (50, Eintracht Frankfurt, Wiesbaden).

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