• Ein Handbike-Fahrer mit dem Slogan: Ich kann zwar nicht laufen, aber aufs Treppchen komm ich trotzdem
  • Eine Bogenschützin im Stehen mit dem Slogan: Meine Behinderung sieht man mir nicht an. Aber meinen Siegeswillen.
  • Ein blinder Fußballspieler mit Augenbinde und dem Slogan: Ich habe zwar noch nie ein Tor gesehen, aber ich weiß wie man eins schießt.
  • Eine Handbike-Farerin mit dem Slogan: Man muss nicht laufen können, um die Konkurenz stehen zu lassen.
  • Ein Mann dem eine Hand fehlt, der ein Segel montiert mit dem Slogan: Ob mir eine zweite Hand helfen könnte? Beim Aufhängen der Trophäen vielleicht.

Kugelstoßer Sebastian Dietz übertrifft nicht nur erstmals die 15-Meter-Marke, sondern stellt mit 15,47 Metern auch einen Weltrekord auf

Frechen, 6. Juni 2017. Die magische Schallmauer erstmals durchbrochen, die eigene Bestleistung um 60 Zentimeter übertroffen und dazu noch einen Weltrekord aufgestellt: Kugelstoßer Sebastian Dietz hatte beim Pfingstsportfest in seiner Heimat Bad Oeynhausen allen Grund zum Jubeln. Der 32-Jährige zeigte einen sensationellen Wettkampf, schaffte es dreimal über die 15-Meter-Marke und krönte seinen Auftritt vor der eigenen Haustüre mit dem Weltrekord. Mit 15,47 Metern verbesserte der zweifache Paralympics-Sieger die bisherige Bestweite des Russen Vladimir Sviridov in der Startklasse F36 (15,34 Meter) um 13 Zentimeter.

„Bessere hätte es nicht laufen können. Im Training hatte es sich schon angedeutet, dass ich gut drauf bin und ich wusste, dass ich über 15 Meter stoßen kann. Jetzt habe ich auch im Wettkampf endlich die magische Schallmauer durchbrochen“, freute sich Dietz, der seit einem Verkehrsunfall 2004 inkompletter Tetraplegiker ist mit Lähmungen links und Muskelschwund rechts. Dabei erzielte er direkt mit dem ersten Stoß 15,25 Meter – neue Bestweite, aber noch kein Weltrekord. „Das war sehr befreiend. Ich musste aber aufpassen, dass die Anspannung danach nicht zu sehr abfällt, denn ich habe mich richtig gut gefühlt“, berichtet Dietz. Er wollte mehr. Und das gelang: 15,35 Meter im fünften Stoß bedeuteten bereits hauchdünn Weltrekord und im letzten Versuch packte der Goldmedaillengewinner von Rio de Janeiro noch etwas drauf – 15,47 Meter und damit stolze 60 Zentimeter weiter als seine vorherige Bestleistung.

„Ich bin sehr glücklich, dass es geklappt hat. Jetzt darf ich nicht nachlassen, will diese Leistung bestätigen und bei den Weltmeisterschaften in London meinen Titel verteidigen“, betont Sebastian Dietz. Die WM findet vom 14. bis 23. Juli im Londoner Olympiastadion statt, und damit dort, wo er 2012 seinen ersten Sieg bei den Paralympics feierte – damals noch mit dem Diskus. Doch die Konkurrenz schläft nicht. „Ich bin der Gejagte und weiß, dass die anderen mich unbedingt schlagen wollen. Daher werde ich weiter hart arbeiten“, sagt der Kugelstoßer der BSG Bad Oeynhausen.

Übrigens: Der Weltrekord von Sebastian Dietz folgte zwei Tage auf den seines Nationalmannschafts-Kollegen Niko Kappel, ebenfalls Kugelstoßer, allerdings in der Startklasse F41. „Wir haben uns vor der Saison beide den Weltrekord als Ziel gesetzt und uns immer gegenseitig motiviert und ein bisschen gestichelt. Niko hat vorgelegt, zum Glück konnte ich schnell nachziehen“, sagt Dietz grinsend. Bei der WM in London wollen sie dann wieder gemeinsam jubeln.

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