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  • Ein Handbike-Fahrer mit dem Slogan: Ich kann zwar nicht laufen, aber aufs Treppchen komm ich trotzdem
  • Eine Bogenschützin im Stehen mit dem Slogan: Meine Behinderung sieht man mir nicht an. Aber meinen Siegeswillen.
  • Ein blinder Fußballspieler mit Augenbinde und dem Slogan: Ich habe zwar noch nie ein Tor gesehen, aber ich weiß wie man eins schießt.
  • Eine Handbike-Farerin mit dem Slogan: Man muss nicht laufen können, um die Konkurenz stehen zu lassen.
  • Ein Mann dem eine Hand fehlt, der ein Segel montiert mit dem Slogan: Ob mir eine zweite Hand helfen könnte? Beim Aufhängen der Trophäen vielleicht.

Goalball: Die deutschen Goalball-Herren haben bei den Europameisterschaften im türkischen Samsun die Bronzemedaille verpasst und dennoch ihre Ziele erreicht. Gegen den Gastgeber gab es eine 8:2-Niederlage. Das neu formierte Damen-Team sicherte sich mit Rang sieben den Klassenerhalt in Pool A.

„Man muss klar anerkennen, dass wir heute auf einen Gegner getroffen sind, der eine Ausnahmeleistung geboten hat. Die Defensive der Türken hat einen Sahnetag erwischt“, sagte Herren-Bundestrainer Stefan Weil kurz nach dem verpassten Edelmetall seines Teams: „Nichtsdestotrotz war es ein absolut erfolgreiches Turnier für uns. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Sie hat sich trotz schlechter Vorzeichen unglaublich gut verkauft und spektakuläre Spiele gezeigt." Die deutschen Goalballer schafften es durch den vierten Platz bei der EM schneller zurück in die Erfolgsspur, als nach dem bitteren Vorrunden-Aus bei den Paralympics in Tokio zu erwarten war. An dieser Einschätzung änderte auch die 8:2-Niederlage gegen die Türkei im Spiel um Platz drei nichts. Denn die Mannschaft von Neu-Bundestrainer Stefan Weil musste bei der EM im türkischen Samsun auf zwei von sechs Spielern aus dem Tokio-Kader verzichten: Thomas Steiger fiel beruflich aus, auch Felix Rogge stand nicht zur Verfügung. Einziger Nachrücker war Philipp Tauscher, der bei diesem Turnier sein internationales Debüt feierte. Trotz des verlorenen Spiels um Platz drei stellte die errungene EM-Platzierung einen Fingerzeig in eine erfolgreiche Zukunft dar.

Die deutschen Herren marschierten in ihrer Vorrundengruppe mit drei Siegen aus drei Partien gegen Montenegro (6:4), Finnland (10:3) und den Gastgeber Türkei (6:5) von Beginn an zielstrebig los. Im letzten Gruppenspiel gab es dann etwas überraschend eine 3:5-Niederlage gegen Griechenland. An der Qualifikation für das Viertelfinale änderte dieses Ergebnis nichts. Im Spiel der letzten acht gegen Belgien ging es für das Team um Leitwolf Reno Tiede um die sichere Qualifikation für die WM 2022, das Paralympics-Qualifikationsturnier in Birmingham 2023 und somit einen riesigen Schritt in Richtung Paris. Denn bei der WM gibt es die erste Möglichkeit, sich Tickets für die Paralympics 2024 zu sichern. Mit diesem Ziel im Hinterkopf ließen die deutschen Goalballer von Beginn an keine Zweifel daran, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten. Am Ende erreichte das Team ein 7:4-Sieg – Ziel erreicht! „Für mich ist es das Zeichen, dass wir auf einem guten Weg sind. Es ist einfach super, dass wir jetzt diese Planungssicherheit haben, ohne auf irgendwelche Koeffizienten schauen zu müssen“, sagte Stefan Weil kurz nach dem Spiel. Trotz einer großartigen Kampfleistung mit einem überragenden Comeback nach zwischenzeitlich vier Toren Rückstand, verlor die deutsche Mannschaft im anschließenden Halbfinale gegen Litauen in letzter Sekunde mit 8:9 und verpasste das Finale nur knapp. Der Rest ist Geschichte. 

„Ein gutes Turnierergebnis für eine noch unerfahrene Mannschaft“  

Die neu formierte Goalball-Mannschaft der Damen um drei junge Debütantinnen und Rückkehrerin Charlotte Kaercher, startete in der Türkei als Überraschungspaket in das erste große Turnier seit über zwei Jahren. Aufgrund personeller Veränderungen und einer erschwerten Vorbereitung lautete das EM-Ziel für die neue Cheftrainerin Jessica Bahr von Anfang an „Klassenerhalt“. Dieses Ziel verinnerlichte ihr Team und zeigte von Beginn an couragierte Leistungen. Durch ein Remis gegen Griechenland und einen 7:5-Sieg gegen Frankreich holte die Mannschaft von Cheftrainerin Bahr in der Vorrunde vier Punkte aus vier Partien und musste kurzzeitig um den Einzug ins Viertelfinale bangen. Doch letztlich reichte es für Rang drei in einer starken Gruppe um den Paralympics-Fünften aus Israel. Im Viertelfinale war dann allerdings Endstation. Gegen die übermächtigen Gastgeberinnen aus der Türkei musste sich das deutsche Team frühzeitig mit 10:0 geschlagen geben. Nachdem die deutschen Damen ebenfalls ihr erstes Platzierungsmatch (6:2) gegen Großbritannien verloren, ging es im letzten Spiel gegen die Ukraine um alles oder nichts. Durch eine starke Teamleistung machten die Deutschen den Klassenerhalt durch einen 5:2-Erfolg perfekt. „Das war eine ganz starke Teamleistung meiner Spielerinnen mit voller Konzentration auf die Defense. Ein gutes Turnierergebnis für eine noch unerfahrene Mannschaft“, resümierte die Cheftrainerin sichtlich erleichtert. Am Ende des Turniers stehen also der Klassenerhalt und jede Menge Erkenntnisse, die dem jungen Team bei den kommenden Herausforderungen helfen werden, sich in der Weltspitze etablieren zu können.

Weitere Informationen sowie die Ergebnisse der Finalspiele gibt es auf der Turnier-Website.

Die deutschen EM-Aufgebote:

Damen: Annkathrin Denker (29, Lübeck, SSG Blista Marburg), Charlotte Kaercher (30, Heidelberg, RGC Hansa Rostock), Pia Knaute (25, Magdeburg, RGC Hansa Rostock), Jennifer Koch (18, Gunzenhausen, BVSV Nürnberg), Rauan Mardnli (20, Frankfurt, SpVgg Ilvesheim), Lisa Triebel (21, Pritzwalk, RGC Hansa Rostock).

Herren: Michael Dennis (29, Düren, SSG Blista Marburg), Fabian Diehm (24, Ansbach, BVSV Nürnberg), Oliver Hörauf (24, Bautzen, Chemnitzer BC), Philipp Tauscher (21, Leipzig, L. E. Sport), Reno Tiede (31, Rostock, RGC Hansa Rostock)

Quelle: Niklas Klütsch

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