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Foto: Oliver Kremer, sports.pixolli.com
Trotz Startschwierigkeiten geriet das deutsche Team um Jens Sauerbier beim Auftakt nicht ins Schlingern und gewann am Ende deutlich.

53:37-Erfolg im ersten Gruppenspiel gegen Finnland – IWRF-Präsident John Bishop eröffnet die Europameisterschaften in Koblenz

Frechen, 28. Juni 2017. Gute Stimmung in der Koblenzer Conlog Arena: Nach der Eröffnung der Rollstuhlrugby-Europameisterschaft durch Weltverbands-Präsident John Bishop gewann die deutsche Mannschaft ihr erstes Gruppenspiel nach Startschwierigkeiten gegen Finnland mit 53:37. Es war ein wichtiger Sieg zum Auftakt, denn die nächsten beiden Gegner sind mit Schweden und Frankreich zwei Paralympics-Teilnehmer von 2016 – und für den Traum vom Halbfinale muss noch ein Erfolg her.

„Es hat etwas gedauert, bis wir ins Spiel gefunden haben“, meinte Cheftrainer Christoph Werner. Zwei Minuten vor der Halbzeit ging das deutsche Team durch ein Penalty-Goal erstmals in Führung (19:18), in der Folge bauten die Finnen ab. Da konnte sich der bullige Jukka Parvianen noch so sehr abmühen, den tapferen Skandinaviern, die nur sieben spielberechtige Akteure hatten, ging mehr und mehr die Kraft aus. Auf der anderen Seite konnte Coach Werner aus dem Vollen schöpfen und zu Beginn des zweiten Viertels eine ganz neue Linie aufs Feld schicken. „Das war so abgesprochen. Die Bank hat einen tollen Job gemacht“, sagte Werner und wies auf eine gute und ausgeglichene Besetzung hin. Er weiß aber auch: „Mit den Schweden wartet eine ganz andere Hausnummer auf uns.“ Dennoch war es ein Sieg zum Auftakt, der dem deutschen Team Sicherheit und Mut geben sollte – immerhin war der Auftritt in der Heimat vor zahlreichen Zuschauern bei aller Vorfreude auch eine ungewohnte Situation. „Am Anfang hat man uns die Nervosität etwas angemerkt und wir haben uns manche Unkonzentriertheit geleistet, doch das haben wir im Laufe des Spiels abgelegt“, sagte Werner.

Mit einer stimmungsvollen Feier war vor dem deutschen Spiel die EM offiziell eröffnet worden. Von der Video-Leinwand grüßte Bundesinnenminister Thomas de Maizière, der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), Friedhelm Julius Beucher, lobte die „Frauenpower pur“ in Person von Britta Kripke im deutschen Team und verwies auf rund 40 Rollstuhlrugby spielende Frauen in Deutschland. „Rollstuhlrugby gehört in der Welt zu den spektakulärsten und härtesten Sportarten für Menschen mit Behinderung. Wir werden fünf Tage lang 20 packende Spiele erleben“, sagte DBS-Präsident Beucher. Zudem betonte IWRF-Präsident Bishop, dass erstmals eine Europameisterschaft – insgesamt war es Nummer elf – in Deutschland ausgerichtet wurde. In einem Show-Act zeigte der in Koblenz lebende Kunstrad-Weltmeister Jens Schmitt den zahlreichen Zuschauern mit seinem Rad eine beeindruckende Vorstellung.

Ein glücklicher Artur Bertram, der eine starke Partie zeigte.

Bereits vor der Eröffnung war das Turnier mit einer spektakulären Begegnung in die Gruppenspiele gestartet. Im Aufeinandertreffen der beiden deutschen Vorrundengegner Schweden und Frankreich setzten sich die Skandinavier, EM-Finalist 2015, durch ein Tor 3,7 Sekunden vor Schluss mit 48:47 gegen den EM-Fünften Frankreich durch. In der anderen Gruppe setzten sich am ersten Spieltag wie erwartet die Favoriten durch. Dänemark kam gegen technisch und fahrerisch unterlegene Iren zu einem 57:42-Sieg, anschließend bezwang Titelverteidiger und Turnierfavorit Großbritannien die Polen noch deutlicher mit 57:32.

Für das deutsche Team geht es am Mittwoch weiter gegen Schweden, ehe am Tag darauf zum Abschluss der Gruppenphase Frankreich wartet (jeweils 17 Uhr). Für den Traum vom Halbfinale und damit die Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Sydney 2018 benötigt die Mannschaft von Christoph Werner noch einen Sieg aus den beiden Partien. Die EM in Koblenz läuft noch bis kommenden Samstag.

Quelle: Thomas Wächtler & DBS

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