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Maik Szarszewski hält bei den Europameisterschaften im Para Bogensport als einziger Athlet die deutschen Farben hoch. Trotz coronabedingt fehlender Wettkampfpraxis möchte der dreimalige Paralympics-Teilnehmer bei den Titelkämpfen vom 2. bis 8. August in Rom wieder um eine Medaille mitschießen.

Wenn jemand in den vergangenen Jahren eine verlässliche Größe im deutschen Para Bogensport war, dann Maik Szarszewski. Der Athlet des SC Vöhringen ist als Starter für den Deutschen Behindertensportverband (DBS) der Dauergast bei internationalen Wettkämpfen. In Rom schießt der gebürtige Miltenberger nun zum vierten Mal bei einer Europameisterschaft. In Italiens Hauptstadt sollen ab dem 2. August bestenfalls auch aus Medaillensicht aller guten Dinge vier werden. Denn insbesondere europäische Titelkämpfe waren für Szarszewski stets mit großen Erfolgen verbunden. Von jeder EM-Reise brachte der 50-Jährige bislang eine Medaille mit nach Hause. 2014 feierte er mit dem Recurve-Mixed-Team Silber, bei den nachfolgenden beiden Titelkämpfen folgte im Einzel jeweils Bronze.
 
Die Hoffnung ist groß, dass es für Szarszewski auch bei diesem Großereignis mit einem Platz auf dem Treppchen klappt. „Maik hat gut trainiert und ist hoch motiviert, eine gute Leistung abzurufen“, sagt Trainer Harry Mende mit Überzeugung, betont allerdings, dass im Bogensport eine gute Tagesform ganz entscheidend ist. „Es kann während eines Wettkampfs viel passieren. Es ist schon vorgekommen, dass vermeintlich schwächere Kontrahenten Begegnungen mit ein paar Ringen Vorsprung für sich entschieden haben.“
 
Mende setzt allerdings auf die Erfahrung seines Schützlings, der bereits dreimal – 2012, 2016 und 2021 – an Paralympics teilnahm und außerdem drei Weltmeisterschaften absolvierte. Der 50-Jährige fährt also durchaus mit Ambitionen nach Rom, wenngleich es nach zweieinhalb Jahren Corona und den damit verbundenen Einschränkungen auch für ihn schwierig ist, die eigene Leistung einzuschätzen. „Viele Wettkämpfe wurden abgesagt oder verschoben. Es fehlt die Wettkampfpraxis und der Vergleich mit anderen. Die Sportler wissen nicht so recht, wo sie stehen“, erklärt Mende.
 
Das aber soll Szarszewski nicht davon abhalten, in der Recurve-Klasse möglichst viele Ringe zu schießen. Für ihn begann das Wettkampfjahr mit Platz sechs beim Europacup-Turnier in Nove Mesto Anfang Juli, das zugleich Weltranglistenturnier war. „Maiks Leistungsbereitschaft und sein Wille, sich zu quälen, sind noch immer groß. Sein Ehrgeiz ist weiterhin ungebrochen“, lobt der Coach und zeigt sich mit den Trainingsergebnissen und der Vorbereitung zufrieden.
 
Nahezu täglich steht er mit seinem Sportler im Austausch. „Maik schickt mir seine Trefferbilder oder auch mal Videos von sich, die wir anschließend gemeinsam analysieren.“ Eine Luxus-Situation. Wenn man so will, genießt Szarszewski gerade eine Eins-zu-Eins-Betreuung. Mende sieht das allerdings durchaus kritisch. „Für einen Sportler ist das zwar eine komfortable Situation, als Trainer bedauere ich allerdings, kein Team bei diesem Großereignis zu haben, das eine solche Veranstaltung gemeinsam erleben und sich gegenseitig motivieren kann. Ich würde mich freuen, wenn es wieder mehr deutsche Spitzenathleten auf internationalem Niveau gäbe“, sagt Mende und spielt auf den fehlenden Nachwuchs an.
 
Die Gründe lägen zum einen in der Klassifizierung. Die Athleten hätten hohe Hürden zu nehmen, erklärt Mende. Außerdem reiche aktuell niemand „annähernd an das Leistungsniveau“ von Szarszewski heran. Das freilich ist kein Zustand, den ein Trainer zufrieden stellt. Wie in anderen Sportarten auch, braucht es noch mehr Nachwuchsathlet*innen und Talente, die durch Aktionen und Initiativen für den paralympischen Sport begeistert werden. Inzwischen gibt es in den DBS-Landesverbänden einige Talentscouts, die auch bei der Vermittlung zwischen Sportler*innen und Vereinen unterstützen.
 
Mende wünscht sich, dass auch Para Bogensport in Deutschland auf diese Weise einen Schub erfährt. Und er hofft zugleich, dass Szarszewski dem Verband auch als Aushängeschild noch eine Weile erhalten bleibt. Die Organisation und Finanzierung seines Sports, mit all den Reisen und Trainingsmaßnahmen, ist indes nicht leichter geworden. Bei der WM in Dubai im Februar war Szarszewski, der als Flugzeugkonstrukteur arbeitet und kein Vollprofi ist, nicht am Start. Umso mehr will er in Rom und anschließend beim finalen Europacup-Turnier in Nottingham ein weiteres Mal seine Qualitäten unter Beweis stellen. Mittelfristiges Ziel sind die Paralympischen Spiele 2024 in Paris. „Seine sportliche Zukunft wird er auch von seinen Ergebnissen abhängig machen“, sagt Mende. In Italien möchte Maik Szarszewski zunächst seine erfolgreiche EM-Geschichte weiterschreiben.

Weitere Informationen gibt es auf der Veranstaltungs-Webseite.

Quelle: Stefanie Bücheler-Sandmeier

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