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Mit den Europameisterschaften im polnischen Olsztyn fällt für die Para Triathlon-Nationalmannschaft der Startschuss in die Saison. Angeführt von den Medaillen-Kandidaten Martin Schulz und Elke van Engelen feiern im deutschen Team von Bundestrainer Tom Kosmehl auch drei Neulinge ihr internationales Debüt.

Mit dem Kampf um die EM-Medaillen beginnt für die Para Triathlon-Nationalmannschaft eine herausfordernde Saison. Die Titelkämpfe zum Auftakt sind eine erste Standortbestimmung für die deutschen Athlet*innen. Dabei steuert Martin Schulz auf eine beeindruckende Bestmarke zu. Der zweifache Paralympics-Sieger will bei den Para Triathlon-Europameistershaften in Polen (28. Mai) in der Startklasse PTS5 seinen zehnten EM-Titel in Folge gewinnen. Der 32-Jährige ist einer von sechs deutschen Startern*innen bei der EM über die Sprintdistanz (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen).

„Martin ist fit und gut durch den Winter gekommen“, sagt Bundestrainer Tom Kosmehl und blickt optimistisch auf den Start in den Sommer. „Ich bin immer wieder beeindruckt, wie er nach all den Jahren noch versucht, sich weiterzuentwickeln und seine Leistung zu optimieren. Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn er nicht auch diesmal wieder um den Sieg mitkämpft.“

Schulz, der sich im Laufe des Jahres auch über die längere Ironman-Distanz versuchen und neue Reize setzen möchte, ist später als sonst in die Vorbereitung gestartet. Das sei der kräftezehrenden und langen Paralympics-Saison geschuldet, erklärt Kosmehl. „Dass nach den Paralympics noch eine EM und WM stattfand, war vom Zeitpunkt her betrachtet nicht optimal. Da war bei einigen bereits die Luft raus.“ Das habe man auch bei Schulz gemerkt, der nach seinem EM-Triumph schließlich als WM-Vierter das Jahr beendete. „Nach einer intensiven Saison war physisch und psychisch der Akku leer.“ Die längere Pause habe ihm gutgetan. Viel Zeit zum Durchatmen blieb dennoch nicht. Ab sofort geht‘s um wichtige Punkte für die Paralympics 2024 in Paris.

Bundestrainer Kosmehl hofft auf zwei Medaillen

Mit neuer Energie nehmen die Para Triathleten nun Anlauf auf die kontinentalen Titelkämpfe und anschließenden Weltcups. Neben Schulz ist Elke van Engelen in der Startklasse PTS4 eine heiße Medaillenanwärterin. Kosmehl gibt das Ziel vor: „Wenn wir zwei Medaillen gewinnen, wäre ich sehr zufrieden“, sagt der Bundestrainer. Für ihn sind van Engelen und Schulz die aussichtsreichsten Kandidaten für die vorderen Plätze. Van Engelen, die eine eigene Zahnarzt-Praxis betreibt und erfolgreich den Spagat zwischen Beruf und Leistungssport meistert, hat bereits im vergangenen Jahr in Abu Dhabi ihre Qualitäten unter Beweis gestellt als sie Bronze bei den Weltmeisterschaften gewann. Diesen Erfolg würde die 56-Jährige gerne wiederholen. Das Trio der Athleten*innen mit internationaler Erfahrung komplettiert Wolfgang Probst (PTS4), der 2021 seinen internationalen Einstieg feierte und sich in der starken PTS 4-Klasse behaupten möchte.

Erfreulich ist für Tom Kosmehl, dass er mit Julian Steggink (PTS5), Adam Karas (PTS5) und Björn Maas (PTS3) gleich drei Neulinge an den Start schicken kann. „Sie sollen Erfahrungen im Para Triathlon sammeln und Wettkampfluft schnuppern“, gibt Kosmehl die Marschroute vor. Alle sechs deutschen Para Sportler*innen, die sich in Polen mit den Triathleten Unterkunft und medizinische Versorgung teilen, bestreiten am Samstag, 28. Mai, ab 8 Uhr ihr Rennen.

Für Steggink ist es zugleich der erste Triathlon überhaupt. Der Rettungssanitäter, der über eine Ausschreibung auf Para Triathlon aufmerksam wurde, hat sich über diverse Lehrgänge und das Trainingslager auf Mallorca im Winter an die neue Sportart herangetastet und für das Nationalteam qualifiziert. „Er startet in der gleichen Klasse wie Martin Schulz. Mit ihm hat er einen Profi im Team, von dem er lernen und an dem er wachsen kann“, sagt Kosmehl.

Dazu kommen Björn Maas und mit Adam Karas ein Quereinsteiger aus dem Schwimmen. „Auf dieses Trio bin ich fast am meisten gespannt. Für sie geht es darum, die bestmögliche Leistung abzurufen und sich für weitere Einsätze zu empfehlen. Die Platzierung ist dabei für mich eher nebensächlich“, versichert Kosmehl, der froh ist, dass das Training wieder vollumfänglich möglich ist. „Nach zwei Jahren Pandemie merkt man, dass einige langsam wieder aus ihrem Winterschlaf erwachen und versuchen wollen, ihren Sport zu genießen und auszuüben. Was den Zugang zu Sportstätten angeht, hatten Menschen mit Behinderung zum Teil doch enorme Einschränkungen.“ Insbesondere was das Schwimmen angeht. „Bäder hatten noch lange geschlossen – aber eben nicht jeder konnte für sein Training in einen See ausweichen.“ Das gelte es bei der Beurteilung zu beachten. Nichtsdestotrotz, sagt Kosmehl, „müssen wir uns auf leistungssportlicher Ebene international messen – und darauf freuen wir uns.“

Informationen und Ergebnisse gibt es auf der Webseite des Triathlon-Weltverbandes.

Quelle: Stefanie Bücheler-Sandmeier

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