• Ein Handbike-Fahrer mit dem Slogan: Ich kann zwar nicht laufen, aber aufs Treppchen komm ich trotzdem
  • Eine Bogenschützin im Stehen mit dem Slogan: Meine Behinderung sieht man mir nicht an. Aber meinen Siegeswillen.
  • Ein blinder Fußballspieler mit Augenbinde und dem Slogan: Ich habe zwar noch nie ein Tor gesehen, aber ich weiß wie man eins schießt.
  • Eine Handbike-Farerin mit dem Slogan: Man muss nicht laufen können, um die Konkurenz stehen zu lassen.
  • Ein Mann dem eine Hand fehlt, der ein Segel montiert mit dem Slogan: Ob mir eine zweite Hand helfen könnte? Beim Aufhängen der Trophäen vielleicht.

Speerwerfer Mathias Mester erhält den Sonderpreis „Besondere Leistung 2020“ für die von ihm initiierten Parantänischen Spiele und sein Mitwirken bei den ParalymNIX

Mathias Mester | Foto: Ralf Kuckuck / DBS TV-Bildschirme, Zeitungscover und Social Media sowieso: Seit die coronabedingt bundesweiten Kontaktbeschränkungen Ende März Freizeitaktivitäten rar machten, war der kleinwüchsige Speerwerfer Mathias Mester auf allen Kanälen präsent, um gute Laune zu verbreiten – mit den von ihm initiierten Parantänischen Spielen und auch als Gesicht und Entzünder des Feuers bei den ParalymNIX. Allein auf seinen Social-Media-Kanälen erreichte der 34-Jährige mit den Parantänischen Spielen über drei Millionen Menschen. Für diese außergewöhnliche Unterhaltung im Angesicht der Pandemie erhält Mester den von der Allianz Deutschland AG gestifteten und mit 3000 Euro prämierten Sonderpreis „Besondere Leistung 2020“ des Deutschen Behindertensportverbands (DBS).

„Mathias Mester ist es gelungen, in einem für uns alle schwierigen Jahr mehrfach ein Lächeln in die Gesichter zu zaubern. Mit seinem erfrischenden, authentischen Humor hat er Fröhlichkeit und Zuversicht im oft tristen Corona-Alltag verbreitet und viele Menschen mit seiner guten Laune angesteckt, ohne dabei den Ernst der Lage aus den Augen zu verlieren“, sagt DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher: „Darüber hinaus verkörpert Mathias als Top-Athlet auch den Para Sport und hat uns in einem Jahr, in dem uns durch die Pandemie die große Bühne der Paralympics in Tokio genommen wurde, wertvolle Aufmerksamkeit beschert. Als Präsidium des Deutschen Behindertensportverbandes waren wir uns einig, dass Mathias Mester ein würdiger Sonderpreisträger 2020 und eine wunderbare Inspiration für Menschen mit und ohne Behinderung ist.“

Als die Paralympischen Spiele 2020 in Tokio, auf die sich Mester im Speerwurf vorbereitet hatte, verschoben wurden und der Lockdown beschlossen wurde, heckte der Athlet vom 1. FC Kaiserslautern eine ganz besondere Idee aus: „Ich mache Parantänische Spiele für Gesundheit, denn Lachen ist gesund“, polterte Mester bei der Eröffnungs-Pressekonferenz als Trapattoni-Double in die Klopapier-Mikrofone. Beim Einmarsch der Nationen zog er Fotos der anderen Athletinnen und Athleten auf einem Spielzeug-Zug mit der Hundeleine, die Fackel war ein Stabfeuerzeug, das paralympische Feuer ein Teelicht. Highlight der Eröffnungsfeier: eine Gesangseinlage von Britney Mester. Als Mester unter Tränen das parantänische Teelicht mit Desinfektionsmittel löschte, waren die Spiele beendet – doch dank einiger verkaufter virtueller Tickets konnte der „Weltmester“ noch 6.400 Euro für einen Corona-Hilfsfonds der Aktion Mensch spenden.

Die zwei Wochen Wettkämpfe Anfang April hatten es in sich: 1,50-Meter-Schwimmen in der Badewanne, Hochsprung über den Wäschekorb aufs Bett, Kajakfahren auf dem Rasenmäher, Reiten im Garten auf Gummipferd Red Pegasus, Basketball gegen Deutschlands olympische Sprinterin Gina Lückenkemper, rhythmische Sportgymnastik und Gewichtheben mit Klopapierrollen oder ein virtuelles Fußballduell mit Kugelstoßer Niko Kappel – immer kommentiert und durchgeführt von Mester selbst. „Ich habe versucht, in einer schwierigen Phase für Lacher zu sorgen“, sagt Mester, der die Auszeichnung coronabedingt statt bei einer „tollen Gala“ in der Sportstadt Düsseldorf im heimischen Coesfeld entgegennehmen durfte: „Eigentlich hätte es den Preis gar nicht gebraucht, denn ihr kennt mich: Ich bin ein lustiger, verrückter Vogel und versuche einfach, euch mit meiner Art positiv zu stimmen und zum Lachen zu bringen – genau dafür habe ich diesen Preis bekommen und fühle mich sehr geehrt.“

Weitere gute Nachricht: Ende des Jahres werden auch die Parantänischen Winterspiele auf seinem Instagram-Kanal @mathiasmester eröffnet. Danach wird er sich weiterhin auf die verschobenen Paralympics im kommenden Jahr in Tokio vorbereiten. Denn auch wenn Mester 2008 in Peking Kugelstoß-Silber gewonnen hat: Die Paralympics-Goldmedaille fehlt dem siebenfachen Welt- und vierfachen Europameister noch in der Sammlung und ist sein großer Traum. Neben dem Sonderpreis 2020 und zahlreichen Edelmetallen bei den Parantänischen Spielen würde Paralympics-Gold bestens ins Regal passen.

Die Vergabe des Sonderpreises ist der Auftakt der Ehrungswoche, nachdem online die Para Sportler des Jahrzehnts gewählt werden konnten. Los geht es am Dienstag, 24. November 2020, mit der Bekanntgabe der Para Sportlerin des Jahrzehnts, es folgen am Donnerstag, 26. November, der Para Sportler und am Samstag, 28. November, die Para Mannschaft, die allesamt auf den Kanälen des Team Deutschland Paralympics verkündet werden.

Der DBS bedankt sich bei all seinen Partnern und Sponsoren, die die Ehrung der Para Sportler des Jahrzehnts unterstützen. Besonderer Dank gebührt der Allianz Deutschland AG als Stifter von Auszeichnung und Prämie des Sonderpreises 2020.

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