• Ein Handbike-Fahrer mit dem Slogan: Ich kann zwar nicht laufen, aber aufs Treppchen komm ich trotzdem
  • Eine Bogenschützin im Stehen mit dem Slogan: Meine Behinderung sieht man mir nicht an. Aber meinen Siegeswillen.
  • Ein blinder Fußballspieler mit Augenbinde und dem Slogan: Ich habe zwar noch nie ein Tor gesehen, aber ich weiß wie man eins schießt.
  • Eine Handbike-Farerin mit dem Slogan: Man muss nicht laufen können, um die Konkurenz stehen zu lassen.
  • Ein Mann dem eine Hand fehlt, der ein Segel montiert mit dem Slogan: Ob mir eine zweite Hand helfen könnte? Beim Aufhängen der Trophäen vielleicht.

Deutsch-amerikanische Ehe: Goalball-Nationalspieler Michael Feistle heiratet US-Goalballerin und heißt künftig Michael Dennis

Michael trägt seine Frau Amanda Dennis auf dem Arm | Foto: privatMichael Feistle ist Goalballer mit Leib und Seele. Der 27-jährige Dürener hat sich zu einem der besten Spieler der Welt entwickelt. Und er liebt nicht nur Goalball, sondern auch eine Goalballerin. Seit gestern ist das internationale Goalball-Glück perfekt. Auf dem Standesamt in Düren gaben sich Michael Feistle und Amanda Dennis im kleinen Kreis das Ja-Wort – und aus Feistle ist nun Dennis geworden.

Gestern standesamtliche Hochzeit, heute Anreise ins Trainingslager nach Kienbaum mit der Nationalmannschaft. „Schon etwas verrückt, aber unter Sportlern hat man für sowas Verständnis“, erklärt Michael Dennis mit einem Augenzwinkern und ergänzt lachend: „Immerhin war unser Coach Johannes Günther gnädig und ich habe wegen meiner Hochzeit einen halben Tag des Trainingslagers erlassen bekommen.“ Seine jetzige Frau ist Amerikanerin und ebenfalls Goalball-Nationalspielerin. Kennengelernt haben sich die beiden bei der Junioren-WM 2011. „Damals allerdings nur ganz oberflächlich. Erst in 2018 ist der Kontakt intensiver geworden, wir haben uns bei einem Turnier getroffen und danach viel hin und her geschrieben“, berichtet Michael Dennis.

Bei der WM im schwedischen Malmö, wo Deutschland die Vize-Weltmeisterschaft feierte, trafen sie erneut aufeinander – und waren wenige Wochen später ein Paar. Amanda war anschließend häufiger zu Besuch bei Michael Dennis im hessischen Marburg, ehe dieser Anfang des Jahres für einen Monat in den USA weilte. „Ich habe Flugangst, daher war ich nur einmal dort, dafür aber länger“, sagt der 27-Jährige, der die Zeit für einen Antrag nutzte und ein „yes“ erwidert bekam.

Der ursprüngliche Plan lautete: Erst die Paralympics in Tokio, dann die Hochzeit. Doch Corona machte einen dicken Strich durch dieses Vorhaben. So zogen sie die standesamtliche Trauung vor und zudem in eine gemeinsame Wohnung nach Berlin vor rund zwei Monaten. „Durch Corona waren die Grenzen für die Einreise phasenweise dicht, zum Glück haben wir nach anfänglicher Wartezeit ein gutes Zeitfenster erwischt, in dem es dann doch geklappt hat.“ Inzwischen sind Michael und Amanda Dennis in Deutschland vereint und seit gestern auch Mann und Frau, die Liebe auf Distanz gehört der Vergangenheit an. In Berlin hat sich das sehbehinderte Goalball-Ehepaar bestens eingelebt und Anschluss gefunden. „Wir fühlen uns sehr wohl und genießen die Zeit zusammen“, sagt Michael Dennis. Wenn da nicht die vielen bürokratischen Hürden wären. „Leider sind uns die Ämter immer im Nacken. Einreise, Visum, viel Papierkram und Bürokratie – das ist der unromantische Teil der Geschichte.“

Sportlich wird Amanda Dennis weiterhin das amerikanische Nationaltrikot überstreifen. „Sie hat den großen Traum, 2028 in Los Angeles für ihr Heimatland an den Paralympics teilzunehmen“, sagt Michael Dennis. Zweimal war seine frischgebackene Ehefrau bereits bei den Spielen, gewann 2016 in Rio Bronze und wurde darüber hinaus 2014 Weltmeisterin. Erfolge, die den Dürener durchaus neidisch werden lassen – und auch anspornen. Denn nach der Vize-Weltmeisterschaft 2018 und dem Europameister-Titel 2019 in Rostock hat Michael Dennis mit der deutschen Nationalmannschaft in den kommenden Jahren große Ziele.

„Im Vergleich zu anderen Nationen sind wir auf dem Weg nach oben und noch nicht an unserem Limit angekommen. Die Verschiebung der Spiele sehen wir daher als Chance. Wir haben mehr Zeit, um an unseren Schwächen zu arbeiten und noch besser zu werden, um am Ende möglichst ganz oben zu stehen“, betont der 27-Jährige. Wer weiß, vielleicht hat das deutsch-amerikannische Goalball-Ehepaar ja 2021 in Tokio sogar doppelten Grund zur Freude.

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