• Ein Handbike-Fahrer mit dem Slogan: Ich kann zwar nicht laufen, aber aufs Treppchen komm ich trotzdem
  • Eine Bogenschützin im Stehen mit dem Slogan: Meine Behinderung sieht man mir nicht an. Aber meinen Siegeswillen.
  • Ein blinder Fußballspieler mit Augenbinde und dem Slogan: Ich habe zwar noch nie ein Tor gesehen, aber ich weiß wie man eins schießt.
  • Eine Handbike-Farerin mit dem Slogan: Man muss nicht laufen können, um die Konkurenz stehen zu lassen.
  • Ein Mann dem eine Hand fehlt, der ein Segel montiert mit dem Slogan: Ob mir eine zweite Hand helfen könnte? Beim Aufhängen der Trophäen vielleicht.

In Östersund gehen vom 12. bis 15. März insgesamt 14 deutsche Sportlerinnen und Sportler an den Start. Das deutsche Team, das vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gefördert wird, erwartet eine aufregende Premiere: die erste WM des nordischen Para Skisports mit reinem Biathlon-Programm. Aussichtsreichster Medaillenkandidat im deutschen Team ist der Gundelfinger Martin Fleig. Für den 30-Jährigen, der 2017 in Finsterau Doppelweltmeister wurde und im vergangenen Jahr in Prince George (Kanada) zwei Silbermedaillen im Biathlon holte, ist es bereits die siebte WM-Teilnahme. Seine Konkurrenz ist groß. Der Russe Ivan Golubkov war in der bisherigen Saison kaum zu schlagen, seine Teamkameraden Danila Britik und Aleksandr Davidovich sind ebenfalls zu beachten, genau wie das ukrainische Supertalent Taras Rad und der US-Amerikaner Daniel Cnossen. Fleig aber hat in diesem Weltcup-Winter mehrfach bewiesen, dass mit ihm zu rechnen ist.

Für die Münchnerin Clara Klug und ihren Begleitläufer Martin Härtl ist eine Wiederholung ihres Dreifach-Erfolgs bei der WM 2019 außer Reichweite. Die Russinnen Vera Khlyzova und Anna Panferova haben das Niveau bei den Frauen mit Sehbeeinträchtigung auf ein neues, gewaltiges Niveau gehoben. Auch Mikhalina Lysova (ebenfalls Russland) und Sviatlana Sakhanenka (Weißrussland) mischen kräftig mit, dazu Klugs Dauerrivalin der vergangenen Winter, Oksana Shyshkova aus der Ukraine. Eine Medaille in Östersund wäre für das Team Klug/Härtl daher schon ein schöner Erfolg.

Der Team-Oldie und das Mannschaftsküken fiebern den Wettkämpfen in Östersund gleichermaßen entgegen. Alexander Ehler (50), zuletzt häufig mit seinen Leistungen und Resultaten unzufrieden, hat die hügeligen Strecken beim Weltcup im Januar 2019 kennen und lieben gelernt. Zweimal schaffte er es dort unter die Top drei. Ein ähnlicher Erfolg gilt diesmal als unwahrscheinlich – heranschnuppern an die Weltspitze will der Emmendinger trotzdem. Für Leonie Walter (16) ist es der erste Auftritt bei einer Weltmeisterschaft. Sie soll Erfahrungen sammeln – und genießen.

Die WM startet am Donnerstag, 12. März, mit dem Einzelrennen (12,5 km in den sitzenden Klassen, 15 km bei Stehern und Sehbeeinträchtigten). Für Samstag, 14. März, steht ein Sprint (6 km/7,5 km) auf dem Programm, bevor es zum Abschluss am Sonntag ein Rennen über die Mitteldistanz (10 km/12,5 km) geben wird.

Weitere Informationen stehen auf der Homepage der Nationalmannschaft und auf der Veranstaltungsseite.

Text: Ben Schieler

Das deutsche Aufgebot für die Para Biathlon-WM:
Alexander Ehler (50 / Leninogorsk (Kasachstan) / SV Kirchzarten), Andrea Eskau (48 / Apolda / USC Magdeburg), Martin Fleig (30 / Freiburg / Ring der Körperbehinderten Freiburg), Vivian Hösch (28 / Freiburg / SV Kirchzarten, mit Florian Grimm), Clara Klug (25 / München / PSV München, mit Guide Martin Härtl), Nico Messinger (25 / Freiburg / Ring der Körperbehinderten Freiburg, mit Robin Wunderle), Johanna Recktenwald (18 / St. Wedel / Biathlon-Team Saarland, mit Jean-Luc Diehl), Leonie Walter (16 / Freiburg / SC St. Peter, mit Frank Wagner) und Anja Wicker (28 / Stuttgart / MTV Stuttgart).

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