• Ein Handbike-Fahrer mit dem Slogan:
  • Eine Bogenschützin im Stehen mit dem Slogan:
  • Ein blinder Fußballspieler mit Augenbinde und dem Slogan:
  • Eine Handbike-Farerin mit dem Slogan:
  • Ein Mann dem eine Hand fehlt, der ein Segel montiert mit dem Slogan:

Drei deutsche Mannschaften wollen sich noch für die Paralympics qualifizieren

In den kommenden Wochen wird es ernst für einige deutsche Para Nationalteams: Im Sitzvolleyball kämpfen sowohl die Damen als auch die Herren in einem Qualifikationsturnier noch um ein Ticket für die Paralympics in Tokio. Auch die Rollstuhlrugby-Nationalmannschaft hat eine Teilnahme an den Spielen weiterhin fest im Blick. Für alle drei Mannschaften geht es bei den Turnieren im Februar und März um die letzte Chance auf ein Ticket nach Tokio. Bereits qualifiziert haben sich hingegen beide Rollstuhlbasketball-Teams sowie die Goalball-Herren, die sich voll und ganz auf die Vorbereitung auf das Jahres-Highlight konzentrieren können.

Im Sitzvolleyball ist die Ausgangsposition klar: Wer zu den Paralympics möchte, muss das Qualifikationsturnier gewinnen. Lediglich der Sieger erhält das letzte Ticket für die Paralympics. Den Auftakt bestreiten die Damen beim Qualifikationsturnier in Halifax (Kanada) vom 26. bis 29. Februar. Cheftrainer Christoph Herzog zeigt sich zuversichtlich für die bevorstehende Aufgabe: „Wir haben ein gutes Team zusammen und wichtige Spielerinnen zurück, die die Mannschaft besser machen.“ Dadurch kann der Coach auf einen breiten und vor allem ausgeglichenen Kader zurückgreifen. „Alle zwölf Mädels sind auf einem guten Niveau. Ich kann bedenkenlos alle Spielerinnen einwechseln“, sagt Herzog.

Sitzvolleyball-Damen: Harter Kampf um das letzte Ticket

Bei der EM im vergangenen Jahr erreichten die Sitzvolleyball-Damen einen historischen vierten Platz und verpassten das Finale nur knapp. Damit der Traum von einer Teilnahme an den Paralympics Wirklichkeit wird, trainiert das Team hart. Nach der EM hat die Mannschaft Trainingslager in Italien, Slowenien und Finnland absolviert, um sich bei Turnieren vorzubereiten und die nötige Spielpraxis zu holen. „Wir haben gute Grundleistungen gezeigt. Das Training ist auf einem sehr hohen Niveau. Außerdem haben wir verschiedene Spielsysteme drauf“, betont Christoph Herzog.

Doch der Spielplan meint es alles andere als gut mit der deutschen Auswahl. Gleich am ersten Wettkampftag geht es gegen die favorisierte Ukraine, die aktuell auf Platz vier der Weltrangliste liegt. Am Abend steht noch ein weiteres Duell gegen Gastgeber Kanada auf dem Programm. Doch Cheftrainer Herzog gibt sich kämpferisch: „Unser Ziel sollte es sein, die Ukraine zu schlagen, um direkt ein Statement zu setzen.“ Dennoch sehe er Kanada als größten Kontrahenten an. „Kanada ist als Heimmannschaft und langjährig eingespieltes Team vermutlich der stärkste Gegner.“ Als Ziel gibt Herzog, der die letzten beiden Paralympics in London und Rio als Spieler selbst miterlebte, das Endspiel aus. „Im Finale haben beide Mannschaften den gleichen Druck. Dann kommt es auf die Tagesform an.“ Im besten Fall kann Herzog mit den Damen einen weiteren historischen Erfolg feiern – die erste Teilnahme der Sitzvolleyball-Damen an den Paralympics.

Auch die Sitzvolleyball-Herren wollen unbedingt nach Tokio

Sitzvolleyball-Spieler vorm Abschlag übers Netz | Foto: Uli Gasper / DBSBei den Herren sieht die Ausgangslage ähnlich aus. Auch sie haben bei der EM in Ungarn trotz EM-Bronze die Paralympics-Qualifikation nur knapp verpasst. Das Team um Cheftrainer Michael Merten feierte sieben von acht möglichen Siegen und musste sich im Halbfinale nur dem späteren Europameister Russland geschlagen geben. Die guten Leistungen machen Hoffnung für das Qualifikationsturnier in Oklahoma (USA) vom 16. bis 21. März. Entsprechend ist Merten guter Dinge: „Es ist keine Mannschaft dabei, vor der wir uns verstecken müssen. Wenn wir selbst gut spielen, können wir jeden schlagen.“

Bei einem Trainingslager in Kienbaum haben sich die Sitzvolleyball-Männer die erforderlichen Grundlagen erarbeitet. „Alle Spieler sind soweit fit. Wir sind auf dem Level, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagt Merten. Um sich den nötigen Schliff für die entscheidende Station auf dem Weg nach Tokio zu holen, reist das Team noch zu einem Turnier nach Moskau. “Das Leistungspotenzial ist da. Jetzt geht es darum, an der Feinabstimmung zu arbeiten“, beschreibt Merten die Aufgabe für die verbleibenden Wochen.

Die Erwartungen mit Blick auf das Qualifikationsturnier bringt der Cheftrainer auf den Punkt: „Unser Ziel ist das Ticket für Tokio, das ist ganz klar.“ Dafür müsse die Mannschaft noch den ein oder anderen schweren Brocken aus dem Weg räumen: „Die Ukraine, Kanada und Kasachstan“, zählt Merten auf, „sind sicherlich unsere größten Konkurrenten“. Dabei kann die deutsche Mannschaft auf viel Erfahrung zurückgreifen. Zwei Drittel der Spieler waren schon beim letzten großen Erfolg dabei – Bronze bei den Paralympics in London 2012. Zudem stellt auch Rückkehrer Heiko Wiesenthal nach einer beruflichen Pause eine große Verstärkung für das Team dar. „Heiko ist ein ganz starker und wichtiger Spieler für uns.“ Für Merten, der die Nationalmannschaft erst vor zwei Jahren übernommen hat, wäre es die erste Teilnahme an den Paralympics.

Rollstuhlrugby: Über Vancouver nach Tokio?

Neben den Sitzvolleyballern hat auch die deutsche Rollstuhlrugby-Auswahl noch Chancen auf eine Teilnahme an den Paralympics in Tokio. Das Qualifikationsturnier in Vancouver (Kanada) vom 4. bis 8. März ist die letzte Möglichkeit, bei den Paralympics dabei zu sein. Anders als im Sitzvolleyball gibt es im Rollstuhlrugby noch zwei Tickets für die beiden Finalisten. Insgesamt nehmen acht Teams am Turnier teil.

Nach dem Umbruch im vergangenen Jahr stellt Cheftrainer Christoph Werner keine zu hohen Erwartungen an sein junges Team. Die Favoritenrolle sieht er eher bei anderen Mannschaften: „Da wir mit Kanada und Frankreich zwei Top-Favoriten in unserer Gruppe haben, ist für uns das erste Ziel, das Halbfinale zu erreichen. Dann kommt es natürlich nicht nur auf die körperliche Fitness an, sondern auch darauf, wer am besten mit dem enormen Druck umgehen kann.“ Trotzdem glaubt er fest an seine Mannschaft: „Ich bin davon überzeugt, dass unsere jungen Wilden an einem guten Tag alles erreichen können.“

Die emotionale Bedeutung der Paralympics kennt Cheftrainer Werner aus eigener Erfahrung: „Da ich selbst zweimal die Ehre hatte, für Deutschland an den Paralympics teilzunehmen, weiß ich, wie emotional eine solche Teilnahme ist. Es ist einfach das Größte, was man als Sportler erreichen kann.“ Genau das möchte Werner mit seinem Team möglich machen. Für den Traum von einer Teilnahme an den Paralympics sei es nicht notwendig, die Spieler extra anzustacheln: „Ich bin überzeugt, dass jeder Einzelne ohnehin bis in die letzte Haarspitze motiviert ist. Wir waren seit Jahren nicht mehr so dicht dran wie diesmal.“ Der Einzug ins Endspiel beim Qualifikationsturnier würde die erste Teilnahme einer deutschen Mannschaft an den Paralympics seit den Spielen in Peking 2008 bedeuten.

Rollstuhlbasketball-Teams und Goalball-Herren sind bereits für Tokio qualifiziert

Während die Mannschaften im Sitzvolleyball und im Rollstuhlrugby noch um eine Paralympics-Teilnahme zittern müssen, sieht es im Rollstuhlbasketball gut aus. Sowohl die Herren als auch die Damen haben sich bereits bei den Europameisterschaften im vergangenen Jahr für die Spiele in Japan qualifiziert. Auch die Goalball-Herren haben durch die Vize-Weltmeisterschaft 2018 ihr Ticket sicher und krönten sich 2019 in Rostock noch zum Europameister. Keine Chance mehr auf eine Qualifikation für die Paralympics in Tokio haben hingegen die Goalball-Damen sowie die Blindenfußball-Nationalmannschaft.

Quelle: Marcel Wienands

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