• Ein Handbike-Fahrer mit dem Slogan:
  • Eine Bogenschützin im Stehen mit dem Slogan:
  • Ein blinder Fußballspieler mit Augenbinde und dem Slogan:
  • Eine Handbike-Farerin mit dem Slogan:
  • Ein Mann dem eine Hand fehlt, der ein Segel montiert mit dem Slogan:

Markus Rehm gewinnt den Weitsprung bei der Para-Leichtathletik-WM in Dubai, Felix Streng und Sebastian Dietz werden enttäuscht nur Vierter

Weitspringer Marcus Rehm streckt den Zeigefinger hoch und lächelt | Foto: Binh Truong / DBS Dubai, 13. November 2019. Markus Rehm hat bei der Para Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) abgeliefert und sein fünftes WM-Gold in Folge gewonnen, während sein Teamkollege Felix Streng im letzten Versuch Bronze verlor. Die WM-Debütanten Nele Moos in Bestzeit über 200 und Nicole Nicoleitzik über 100 Meter wurden Siebte, Thomas Ulbricht im Speerwurf Achter. Léon Schäfer zog als Viertschnellster locker ins 100-Meter-Finale ein. Am Vormittag hatte es bereits große Enttäuschungen gegeben: Paralympicssieger Sebastian Dietz wurde nur Vierter, stieß aber immerhin zu einem Tokio-Qualifikationsslot. Alhassane Baldé schied im Vorlauf über 5000 Meter aus. Markus Rehm erledigte, was alle von ihm erwartet hatten: Der Weltrekordhalter vom TSV Bayer 04 Leverkusen lieferte den Zuschauern eine Flugshow und siegte souverän mit 8,17 Metern in der Klasse T64. Damit gewann der 31-Jährige bei Paralympics, Welt- und Europameisterschaften sein elftes Weitsprung-Gold und bleibt weiter unbesiegt in paralympischen Weitsprung-Wettkämpfen, insgesamt war es seine 16. Goldmedaille: „Das ist natürlich eine unglaubliche Nummer, ich hoffe, ich kann hier und da noch eine Medaille hinzufügen. Heute ging es nicht um die Weite, heute ging es um den Titel und das hat gut funktioniert. Es war super, aber ich wäre gerne weiter gesprungen. Unter den Voraussetzungen war es mir aber klar, dass es schwer wird, an die Bestweite heranzukommen“, sagte Rehm, der nicht verstehen konnte, dass das Internationale Paralympische Komitee (IPC) eine Anfrage ablehnte, in die entgegengesetzte Richtung mit Rückenwind zu springen. Stattdessen gab es bei jedem Versuch Gegenwind: „Ich muss gestehen, ich habe mich geärgert die letzten Tage, wir haben gestern auch noch das persönliche Gespräch geführt, ob wir das nicht möglich machen können, dass wir mit Rückenwind springen und für die Athleten die Bedingungen perfekt sind.“ Zu den elf Weitsprung-Goldmedaillen holte Rehm einen EM-Titel über 100 Meter und vier Mal Gold mit der 4x100-Meter-Staffel, doch hier wird vorerst keine weitere dazukommen, weil das IPC die Amputierten-Staffel aus dem Programm strich: „Die Staffel ist immer so ein Thema, da war immer ein ganz anderer Spirit mit dabei und es wäre für alle noch mal schön gewesen, wenn es die Staffel noch geben würde. Aber ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sie vielleicht doch noch mal zurückkommt, weil wir immer tolle Wettkämpfe hatten.“ Felix Streng lieferte sich im gleichen Wettbewerb erneut mit 100-Meter-Silbermedaillengewinner Mpumelelo Mhlongo eine knappe Entscheidung – dieses Mal mit dem ganz bitteren Ende für den Leverkusener, der über 100 Meter zeitgleich Bronze gewonnen hatte: 7,06 Meter im zweiten Versuch konnte der 24-Jährige nicht mehr steigern. Der Südafrikaner sprang in seinem letzten Versuch einen Zentimeter weiter als Streng und entriss ihm die sicher geglaubte Bronzemedaille. „Was soll ich sagen nach dem Wettkampf? Ich kann nicht sauer auf die anderen sein, ich habe einfach meinen Job nicht gemacht“, sagte Streng, der krankheits- und verletzungsbedingt in diesem Jahr viel Trainingsrückstand hatte und kaum Weitsprung trainieren konnte, „ich habe irgendwie nicht in den Wettkampf reingefunden. Ich hatte schon beim ersten Versuch irgendwie doofen Gegenwind, der hat mich beim Anlauf aus dem Konzept gebracht hat und dann waren Sprünge dabei, da hat gar nichts gepasst. Aber ich will gar keine großen Ausreden suchen, das ist nicht das, was ich kann und wo ich hinspringen möchte. Natürlich fehlt mir jede Menge Training, mir fehlt Routine, mir fehlt ein Anlaufgefühl und ein Gefühl für die Sprünge, aber das ist ein Grund und wie gesagt keine Ausrede.“ Nele Moos sprintete nur einen Tag nach ihrem 100-Meter-Finale auch über 200 Meter und wurde wieder Siebte in der Klasse T38. Dieses Mal war ihre Laune im Ziel jedoch besser: Als ihre Zeit aufploppte, sprang sie auf und jubelte, denn 28,67 Sekunden bedeuteten eine Verbesserung ihrer persönlichen Bestleistung um 1,1 Sekunden. „Die letzten Meter bin ich nur gestorben, aber PB ist super“, sagte die 17-Jährige vom TSV Bayer 04 Leverkusen, die in diesem Jahr über 200 Meter auch Siebte bei der Junioren-WM in Nottwil (Schweiz) geworden war. Nicole Nicoleitzik wurde im Finale über 100 Meter der Klasse T36 Siebte, nachdem sie über 200 Meter Sechste geworden war. In 14,78 Sekunden blieb sie nur sechs Hundertstel über ihrer Bestzeit aus dem Vorlauf. „Das ist meine erste WM, ich habe mir schon etwas erhofft“, sagte die Doppel-Europameisterin vom TV Püttlingen: „Aber das war meine erste WM, da werden hoffentlich noch ein paar kommen und dann klappt es vielleicht auch mit der Medaille.“ Thomas Ulbricht vom PSC Berlin wurde im Speerwurf der Klasse F12 Achter und verfehlte seine Bestleistung deutlich. Mit 49,60 Metern erzielte er im letzten Versuch die beste Weite, nachdem zuvor 45,70 Meter aus dem ersten Wurf auf der Anzeigetafel standen. „Mit dem letzten Wurf bin ich dann reingekommen. Ich hatte Anfang der Saison eine Technikumstellung und einen Trainerwechsel, das konnte ich hier leider noch nicht so umsetzen, aber ich hoffe, dass ich auf dem Weg nach Tokio noch einiges drauflegen kann“, sagte der 34-Jährige. Für Weitsprung-Weltmeister Léon Schäfer wurde sein zweiter Start bei der WM zum Pflichtprogramm: In 12,56 Sekunden zog er in seinem Vorlauf als Schnellster und als Gesamtvierter souverän über 100 Meter der Klasse T63 ins Finale ein, das am Freitagabend stattfinden wird: „Ich habe nach 50, 60 Metern schon Tempo rausgenommen, also es hat sich locker angefühlt“, blickte er dem Duell mit dem brasilianischen Weltrekordhalter Vinicius Goncalves Rodrigues und dem Dänen Daniel Wagner.

Kugelstoßer Sebastian Dietz verliert WM-Titel

Schon am Vormittag hatte Kugelstoß-Paralympicssieger Sebastian Dietz eine große Enttäuschung verkraften müssen: Mit 14,52 Metern blieb dem Welt- und Europameister nur Platz vier in der Klasse F36. 21 Zentimeter fehlten zur Medaille. „Dafür gibt es keine Entschuldigung oder Ausrede. Das ist peinlich“, urteilte der 34-Jährige von der BSG Bad Oeynhausen hart über seine eigene Leistung: „Das war ein Scheiß-Wettkampf. Eine Katastrophe. Ich bin nicht würdig, den Bundesadler zu tragen.“ Immerhin bedeutete Platz vier einen Qualifikations-Slot für die Paralympics in Tokio (Japan), doch auch das tröstete ihn in seinen ersten Emotionen nicht: „Das ist schön fürs Team, aber mir hilft das grade nichts.“ Es siegte der Russe Vladimir Sviridov mit Weltrekord von 16,32 Metern. Rennrollstuhlfahrer Alhassane Baldé war im Vorlauf über 5000 Meter ausgeschieden. Im langsamsten Vorlauf wurde er Vierter, nur drei kamen direkt ins Finale. „Das klingt paradox, aber das war mein bestes Rennen hier“, sagte der für die SSF Bonn startende Athlet, „erstmals war der Speed da. Aber jetzt gucke ich auf die Staffel morgen.“ Am morgigen Donnerstag startet nämlich erstmals die neue 4x100-Meter-Universalstaffel bei einer Weltmeisterschaft, nachdem es harsche Kritik an der Abschaffung der ursprünglichen Staffeln gegeben hatte. Dort gewann das deutsche Team bei den Amputierten-Staffeln seit der WM 2015 in Doha (Katar) alle Titel und lieferte sich immer mit Team USA einen packenden Zweikampf. Außerdem hofft Vize-Europameister Ali Lacin auf eine Medaille über 200 Meter. Nach Tag sieben hat das deutsche Team sechs Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille auf dem Konto.

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