• Ein Handbike-Fahrer mit dem Slogan:
  • Eine Bogenschützin im Stehen mit dem Slogan:
  • Ein blinder Fußballspieler mit Augenbinde und dem Slogan:
  • Eine Handbike-Farerin mit dem Slogan:
  • Ein Mann dem eine Hand fehlt, der ein Segel montiert mit dem Slogan:

Der Sonntagabend ist bei der Para Leichtathletik-WM in Dubai äußerst erfolgreich: Léon Schäfer gewinnt Gold, zusätzlich gibt es zwei Slots für die Tokio-Quali

Leon Schaefer im Sprung kurz vor der Landung | Foto: Binh Truong / DBS Dubai, 10. November 2019. Nach der erfolgreichen Vormittagssession bei der Para Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) präsentierte sich das deutsche Team auch am Sonntagabend geschlossen stark: Weltrekordhalter Léon Schäfer wurde im Weitsprung erstmals Weltmeister und feierte die zweite deutsche Goldmedaille. Katrin Müller-Rottgardt mit Guide Noel Fiener und Denis Schmitz sicherten der Mannschaft über 100 Meter Slots für die Paralympics 2020 in Tokio (Japan), dazu belegte Janne Engeleiter Platz sechs und Phil Grolla qualifizierte sich für das Halbfinale über 100 Meter.

Es war ein beeindruckender erster Sprung, den Léon Schäfer zeigte: 6,90 Meter im ersten Versuch sollten später die Siegesweite und WM-Rekord bedeuten. „Mit den sieben Metern hat es leider nicht geklappt, aber ich weiß, ich kann die springen und dafür haue ich die nächstes Jahr raus“, sagte der Weltrekordhalter vom TSV Bayer 04 Leverkusen mit Blick auf die Paralympics in Tokio: „Ich bin auf jeden Fall happy, es war ein sehr geiler Wettkampf.“
Mit 6,85 Metern im zweiten, 6,87 Metern im fünften und 6,89 Metern im letzten Versuch sprang er insgesamt vier Mal weiter als der zweitplatzierte Weltmeister 2017, der Däne Daniel Wagner, der auf 6,84 Meter kam. „Wagner hat auf jeden Fall gut Druck gemacht, aber ich wusste: Heute ist mein Tag und ich hole mir das Ding“, sagte der 22-Jährige, der nach Staffel-Gold 2017 in London seine erste Einzel-Medaille bei einer WM gewinnen konnte. Am Dienstag wartet nun noch der Vorlauf über 100 Meter auf ihn, am Freitag dann das Finale, bei dem er auch um die Medaillen mitsprinten möchte.

Ali Lacin vom PSC Berlin schied nach drei Versuchen auf Rang neun liegend leider aus und verpasste das Finale der besten Acht, nachdem er die ersten beiden Versuche übertreten hatte und so auf 5,26 Meter kam.
Katrin Müller-Rottgardt lief im Ziel als Erstes noch mal zurück: Ihre lange vor ihr liegende brasilianische Konkurrentin hatte sich während des Laufs verletzt und die Wattenscheiderin war mit Guide Noel-Philippe Fiener vorbeigesprintet. Ihr spendete Müller-Rottgardt Trost, dann durfte sie sich aber auch freuen: In 12,31 Sekunden über 100 Meter qualifizierte sie sich als Vorlaufsiegerin direkt fürs Finale der besten Vier und sicherte einen der wichtigen Slots für die Paralympics in Tokio. Dort kann sie mit der viertschnellsten Vorlaufzeit um die Medaillen kämpfen. „Das war die Hauptsache“, sagte Müller-Rottgardt, die noch zwei Tage zuvor den Weitsprung mit Schmerzen am Fuß abbrechen musste: „Der Fuß hält auch, das stimmt mich optimistisch fürs Finale.“
Auch Denis Schmitz sicherte sich mit 20,88 Sekunden in der Klasse T33 einen Qualifikations-Slot für die Paralympics über 100 Meter. „Das war ganz wichtig fürs Team“, rief ihm Vater und Trainer Rüdiger Schmitz zu, doch der Rennrollstuhlfahrer von der RGS Bönen haderte damit, dass es während seines Rennens windstill war und er so nicht von den guten Bedingungen profitieren konnte.
Ganz knapp verpasste Janne Engeleiter vom BPRSV Cottbus den Tokio-Startplatz: Mit 12,72 Sekunden über 100 Meter der Klasse T13 blieb sie noch mal unter der Bestzeit von 12,76 Sekunden, mit der sie nach Dubai gereist war. Doch an ihren deutschen Rekord von 12,52 Sekunden aus dem Vorlauf kam sie nicht heran. Am Ende landete sie auf Platz sechs und freute sich, zwei Mal Bestzeit gelaufen zu sein: „Herr Paulo ist ein Genie, dass er das hinbekommen hat, dass ich hier meine beste Leistung abrufe“, sagte die Cottbuserin über ihren Trainer Ralf Paulo: „Schade, dass ich jetzt in der Weltrangliste Siebte und nicht Sechste bin. Platz sechs würde Ende März 2020 auch noch mal einen Slot geben für Tokio.“
Phil Grolla zeigte bei seinem WM-Debüt eine starke Leistung und qualifizierte sich in Bestzeit von 11,11 Sekunden direkt fürs Halbfinale. „Ich habe den Start ein bisschen verpennt“, sagte der 18-Jährige vom VfL Wolfsburg, der das Finale als Ziel hat: „Aber danach war es gut.“
Schon am Vormittag hatte Niko Kappel Silber im Kugelstoßen gewonnen und Johannes Floors den Weltrekord über 100 Meter gebrochen. Außerdem qualifizierte sich Felix Streng als Zweitschnellster fürs 100-Meter-Finale gegen Floors, Marcel Böttger zog mit Guide Alexander Kosenkow ins Halbfinale über 100 Meter ein.
Am Montagmorgen wirft Martina Willing ihren Speer, am Abend duellieren sich Weltrekordhalter Johannes Floors und Felix Streng um die Sprintkrone über 100 Meter. Außerdem startet Katrin Müller-Rottgardt mit Guide Noel-Philippe Fiener über 100 Meter, Maria Tietze im Weitsprung und Alhassane Baldé über seine Lieblingsdisziplin 1500 Meter. Hanna Wichmann ist im Kugelstoß-Finale dabei, während es für Marcel Böttger und Guide Alexander Kosenkow vormittags um den Einzug ins 100-Meter-Finale geht.
Nach Tag vier hat das deutsche Team nun zwei Gold- und eine Silbermedaille auf dem Konto.

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