• Ein Handbike-Fahrer mit dem Slogan:
  • Eine Bogenschützin im Stehen mit dem Slogan:
  • Ein blinder Fußballspieler mit Augenbinde und dem Slogan:
  • Eine Handbike-Farerin mit dem Slogan:
  • Ein Mann dem eine Hand fehlt, der ein Segel montiert mit dem Slogan:

Paralympics-Sieger Martin Schulz will bei der Para Triathlon-WM auf dem Podium soweit wie möglich nach oben, doch die Konkurrenz ist stark – Sein Alltag ist bereits auf die Spiele 2020 ausgerichtet

Foto: Binh Truong / DBSMartin Schulz hat in seiner Karriere schon alles gewonnen. Paralympics-Sieger in Rio 2016, dreifacher Welt- und siebenfacher Europameister – was für eine Bilanz. Doch dieser Erfolg ist kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis harter Arbeit. Entsprechend akribisch bereitet sich der ehrgeizige 29-jährige Leipziger auf die Paralympics im kommenden Jahr vor. Zunächst will er aber eine WM-Medaille: Die anstehenden Para Triathlon-Weltmeisterschaften in Lausanne am Sonntag, 1. September, sind Jahreshöhepunkt und wichtiger Qualifikation-Wettkampf für die Spiele zugleich.

Vor wenigen Wochen schnupperte Martin Schulz bereits Paralympics-Luft – und spürte in der japanischen Metropole bereits das Kribbeln. In Tokio absolvierte der Para Triathlet, dem von Geburt an der linke Unterarm fehlt, nicht nur ein Test-Event, sondern er begutachtete auch schon einen Teil der Paralympics-Strecke sowie das Paralympische Dorf. „Das ist schon ziemlich aufregend und man fühlt bereits auch eine leichte Anspannung, wenn man vor Ort ist. Man sieht in Tokio überall Videos und Plakate, die Spiele sind wahnsinnig präsent“, berichtet Schulz.

Der Hunger nach Siegen ist noch nicht gestillt: „Ich bin nach wie vor sehr ehrgeizig“

Nach seinem historischen Triumph 2016, als er beim Paralympics-Debüt der Sportart Para Triathlon direkt Gold gewann, hat sich der Athlet des SC DHfK Leipzig nicht zurückgelehnt. Die Motivation ist weiterhin groß, der Hunger nach Siegen noch nicht gestillt. Doch die Erfolge kommen nicht von selbst. Schulz ist Vollblut-Sportler, quält sich fast täglich im mehrstündigen Training. „Man darf nicht krankhaft verbissen sein, da habe ich im Laufe der Jahre schon auch dazugelernt. Aber ich bin nach wie vor sehr ehrgeizig“, sagt Schulz.

Der Leistungssport dominiert sein Leben bereits seit 15 Jahren. Erst als Para Schwimmer, inzwischen als Para Triathlet. Seit 1. Juni arbeitet der Leipziger beim Sächsischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. „So oft war ich aber noch nicht im Büro“, sagt Schulz schmunzelnd. In der Hauptsaison sei er weitgehend freigestellt, um sich so gut wie möglich vorbereiten zu können. Das ist auch nötig – nicht nur mit Blick auf die Paralympics, sondern auch bei der WM will er in Top-Form sein. „Das ist ein sehr wichtiges Rennen für die Tokio-Qualifikation. Ein Jahr vor den Paralympics rüsten alle auf“, betont Schulz.

Aufgrund seiner vielen Siege in der Vergangenheit war er immer einer der Gejagten, doch zuletzt hatte der Kanadier Stephan Daniel meist die Nase vorne – bei der WM 2018, beim Weltcup in Montreal oder zuletzt beim Test-Event in Tokio, wo allerdings aufgrund der Wasserqualität nur ein Duathlon ausgetragen wurde. So gilt Daniel für das WM-Rennen in Lausanne als Favorit, doch die Konkurrenz nimmt zu. „Para Triathlon ist eine wachsende Sportart, es kommen immer mehr junge, motivierte Athleten nach. Der Kreis der Medaillenanwärter wird immer größer“, sagt Schulz.

Dreikampf um den WM-Titel: „Vielleicht gelingt mir ja ein Ausreißer nach oben“

Für die WM rechnet er auf der „anspruchsvollen Strecke mit fiesen Steigungen“ allerdings noch mit einem spannenden Dreikampf zwischen Stephan Daniel, dem Briten George Peasgood und ihm. Zwar fühlte sich Schulz nach der Rückkehr aus Japan durch eine Gürtelrose geschwächt, dennoch ist er jetzt fit und fokussiert. „Das Podium ist mein Ziel – und ich will so weit wie möglich nach oben. Meine bisherigen Ergebnisse in diesem Jahr waren sehr konstant, doch mir fehlt der Ausreißer nach oben. Vielleicht gelingt mir das ja bei der WM“, hofft der 29-Jährige, der zwei Wochen später bei den Europameisterschaften in Valencia seinen achten Titel in Serie feiern will.

Platzierungen auf dem Treppchen bei der Welt- und Europameisterschaft würden ihm auch mit Blick auf Tokio sehr entgegenkommen. „Dann habe ich die Qualifikation ziemlich sicher, könnte dadurch langfristig und gut für die Paralympics planen. Mein Alltag ist ohnehin schon auf die Spiele ausgerichtet, das spürt auch mein Umfeld“, sagt Schulz. Ob Training oder Material – der Leipziger will alles herausholen, um noch besser zu werden. „Nach dem Rennen in Tokio muss ich das Gefühl haben, dass ich mein Bestmöglichstes getan habe. Das ist sehr wichtig für mich.“

Wer Martin Schulz kennt, der weiß, dass er alles geben wird – in Tokio und auch schon in der Vorbereitung. Klar, dass er sich dafür mit Edelmetall belohnen will. „Als ich kürzlich die Medaillenpräsentation von Tokio 2020 gesehen habe, hat mich das noch zusätzlich angespornt. Davon würde ich schon gerne eine in meine Sammlung aufnehmen.“ Am liebsten natürlich die Goldene.

 

Christiane Reppe und Elke van Engelen feiern ihr WM-Debüt

Mit Paralympics-Sieger Martin Schulz (Leipzig), Umsteigerin Christiane Reppe, die ebenso wie Elke van Engelen ihr WM-Debüt feiert, sowie Benjamin Lenatz und Max Gelhaar starten die deutschen Para Triathleten am 1. September bei den Weltmeisterschaften in Lausanne (Schweiz).

Für Christiane Reppe, Goldmedaillengewinnerin in Rio 2016 mit dem Handbike, war es schon eine Überraschung, überhaupt bei der WM dabei sein zu dürfen. Doch nach ihrem Weltcup-Sieg in diesem Jahr würde sie sich auch bei ihrer WM-Premiere gerne direkt eine Medaille schnappen. „Wenn ich aufs Podium komme und bei den Europameisterschaften in Valencia zwei Wochen später noch einen draufsetzen kann, bin ich sehr zufrieden“, sagt die 32-jährige Dresdenerin. Bundestrainer Tom Kosmehl fügt hinzu: „Christiane bringt sehr gute Voraussetzungen mit und hat ein hohes Leistungsvermögen. Doch sie trifft erstmals auf die komplette Konkurrenz und geht nicht als Favoritin an den Start. Eine Medaille ist ihr aber zuzutrauen.“

Auch Elke van Engelen (PTS4) und Max Gelhaar (PTS3) traut Kosmehl in den nicht-paralympischen Startklassen vordere Platzierungen zu. „Sie haben schon auf sich aufmerksam machen können.“ Benjamin Lenatz war zuletzt gesundheitlich etwas angeschlagen, schaffte es in diesem Jahr jedoch schon bei zwei Weltcups aufs Podest. „In seiner Startklasse ist die Leistungsdichte sehr hoch. Das Ziel ist eine Platzierung unter den Top acht, das wäre auch für die Paralympics-Qualifikation sehr wichtig“, sagt Tom Kosmehl.

Weitere Informationen gibt es bei der Internationalen Triathlon Union und auf der Eventseite.

Quelle: DTU / DBS

Das deutsche Team für die Para Triathlon-WM:
Elke van Engelen (54 / Heiligenstadt / Ute Mückel Triathlon Team), Max Gelhaar (21 / Schkeuditz / BV Leipzig), Benjamin Lenatz (35 / Radevormwald / RSC Köln), Christiane Reppe (32 / Dresden / GC Nendorf), Martin Schulz (29 / Oschatz / SC DHfK Leipzig).

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