• Ein Handbike-Fahrer mit dem Slogan:
  • Eine Bogenschützin im Stehen mit dem Slogan:
  • Ein blinder Fußballspieler mit Augenbinde und dem Slogan:
  • Eine Handbike-Farerin mit dem Slogan:
  • Ein Mann dem eine Hand fehlt, der ein Segel montiert mit dem Slogan:

Teilnehmerrekord und zahlreiche Top-Leistungen beim Integrativen Sportfest in Leverkusen

Foto: Binh Truong / DBSOptimale Bedingungen, neun Weltrekorde und viele Bestleistungen: Das 9. Integrative Sportfest des TSV Bayer 04 Leverkusen hat mit seinem attraktiven Teilnehmerfeld wieder einmal Para Sport auf höchstem Niveau geboten. Irmgard Bensusan und Johannes Floors knackten beim Heimspiel sogar jeweils zwei Weltrekorde.

Rekordjäger Nummer eins war Johannes Floors, der schon im Vorlauf mit 10,74 Sekunden eine Hundertstel unter der 100-Meter-Weltrekordmarke blieb – und sich im Finale, angetrieben von der Konkurrenz durch Leverkusens Sprinter Carl Magnus Seeliger und dem Wattenscheider Alexander Kosenkow, auf 10,66 Sekunden verbesserte und das Rennen hauchdünn gewann. Über die 200 Meter ließ der 24-Jährige dann 21,22 Sekunden folgen – wieder Weltrekord: „Ich fühle mich gut. Die Zeiten waren überragend und ich hätte das so aus dem Training heraus nicht erwartet.“

Irmgard Bensusan tat es ihm gleich und stellte im Vorlauf über 100 Meter ihren eigenen Weltrekord von vor vier Wochen in Nottwil (Schweiz) mit 12,72 Sekunden ein. Über 200 Meter blieb sie dann sogar acht Hundertstel unter ihrer Nottwil-Rekordmarke und sprintete nach 26,15 Sekunden ins Ziel – Weltrekord.

Gejubelt wurde auch bei Tom Sengua Malutedi, der sich im Hochsprung schon für die Weltmeisterschaft im November in Dubai qualifiziert hatte und nun über 100 Meter erstmals unter zwölf Sekunden blieb. In 11,85 Sekunden sprintete er zu einem neuen Europarekord in seiner Startklasse. Johannes Bessell rannte in 4:11,28 Minuten über 1500 Meter zur Norm für die Para Leichtathletik-WM in Dubai (7. bis 15. November), die gleichzeitig ebenso eine deutsche Rekordzeit bedeuteten wie die 5:01,95 Minuten von Franziska Dziallas auf der gleichen Distanz.

Aus deutscher Sicht waren neben den Leverkusener Athleten auch die Leistungen der sehbehinderten Katrin Müller-Rottgardt aus Wattenscheid stark, die mit ihrem Guide Noel Fiener in 12,28 Sekunden zu einer neuen Saisonbestleistung sprintete. Die Cottbuserin Janne Engeleiter blieb in 12,78 Sekunden nur zwei Hundertstel über der WM-Norm.

Auch die internationalen Athleten trumpften bei den guten Bedingungen auf. So sprintete der 17-jährige Ntando Mahlangu über 200 und 400 Meter zu neuen Weltrekorden in seiner Startklasse. Der Brite Kyron Duke beförderte die Kugel im Duell mit Paralympics-Sieger Niko Kappel auf 14,19 Meter und klaute dem Deutschen damit den Weltrekord in der Startklasse F41, den dieser erst wenige Wochen zuvor mit 14,11 Metern vom Polen Bartosz Tyszkowski zurückerobert hatte – wobei auch Kappel mit 13,90 Metern eine gute Weite zeigte. Der Waliser Harrison Walsh stieß 15,50 Meter und freute sich über einen Weltrekord (F44), die Japanerin Erina Yuguchi stellte mit 21,46 Sekunden über 100 Meter ebenfalls eine neue Weltbestleistung auf. Dazu gab es vier Europa-, drei Asien und drei Afrika-Rekorde.

Einziger Wermutstropfen waren einige kurzfristige Absagen im Vorfeld: Frederike Koleiski, David Behre, Markus Rehm und Felix Streng konnten krankheits- oder verletzungsbedingt nicht starten, auch der Paralympics-Zweite Atsushi Yamamoto, der mit dem japanischen Team schon zwei Wochen in Leverkusen verbracht hatte, meldete sich ab. „Wenn du so ein Starterfeld auf die Beine stellst und dann deine eigenen Athleten nicht dabei sein können, schmerzt das immer. Das tut mir echt leid für sie“, sagt Leverkusens Para Sport-Geschäftsführer Jörg Frischmann, der dennoch sehr zufrieden war: „Wir freuen uns über einen Teilnehmerrekord und haben auch von den Sportlern ohne Behinderung viel Lob für die familiäre Atmosphäre erhalten. Im kommenden Jahr wird unser Sportfest für die deutschen Athleten die letzte Möglichkeit zur Paralympics-Qualifikation für Tokio sein, da könnte es noch mal eine Nummer größer werden. Die Planungen starten schon jetzt.“

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