• Ein Handbike-Fahrer mit dem Slogan: Ich kann zwar nicht laufen, aber aufs Treppchen komm ich trotzdem
  • Eine Bogenschützin im Stehen mit dem Slogan: Meine Behinderung sieht man mir nicht an. Aber meinen Siegeswillen.
  • Ein blinder Fußballspieler mit Augenbinde und dem Slogan: Ich habe zwar noch nie ein Tor gesehen, aber ich weiß wie man eins schießt.
  • Eine Handbike-Farerin mit dem Slogan: Man muss nicht laufen können, um die Konkurenz stehen zu lassen.
  • Ein Mann dem eine Hand fehlt, der ein Segel montiert mit dem Slogan: Ob mir eine zweite Hand helfen könnte? Beim Aufhängen der Trophäen vielleicht.

Bei der Kieler Woche treten Seglerinnen und Segler aus ganz Europa bei den Europameisterschaften im Para Segeln gegeneinander an

Frechen, 20. Juni 2018. Bei der Kieler Woche treten Seglerinnen und Segler aus ganz Europa bei den Europameisterschaften im Para Segeln gegeneinander an. Bei den Wettkämpfen, die vom 20. bis 24. Juni ausgetragen werden, möchte der deutsche Segler Heiko Kröger mindestens aufs Podium kommen.

Der gebürtige Waldbröler Kröger, der mit großer Vorfreude auf die Europameisterschaft blickt, wird ab Mittwoch in der Klasse 2.4mR an den Start gehen. „Es gibt noch vier, fünf andere Kandidaten für den Sieg, aber ich möchte natürlich gerne gewinnen“, sagt der amtierende Weltmeister und Paralympics-Sieger von Sydney 2000 selbstbewusst. Die Wettbewerbe der Startklasse 2.4mR werden als offene Rennen ausgetragen, sodass Sportlerinnen und Sportler mit und ohne Behinderung gegeneinander auf die Strecke gehen. Für die Europameisterschaft gibt es dann noch eine eigene Wertung der Para Segler.

Wie schon im vergangenen Jahr die Weltmeisterschaften, finden nun auch die Europameisterschaften im Para Segeln im Programm der Kieler Woche - einer der traditionsreichsten Segelveranstaltungen der Welt - einen Platz. Die Veranstalter rechnen mit über drei Millionen Besuchern, davon 400.000 im Olympiazentrum Kiel-Schilksee, wo die EM-Rennen ausgetragen werden. „Das ist schon eine sehr spannende Geschichte“, erklärt Kröger und fügt hinzu: „Die Europameisterschaften als Teil der Kieler Woche zu veranstalten, verdeutlicht einmal mehr wie inklusiv der Segelsport ist.“ Besonders in Krögers Startklasse, in der häufig offene Rennen ausgetragen werden, ist es möglich, das Seglerinnen und Segler mit verschiedenen oder auch ohne Behinderung gleichwertig gegeneinander antreten, da das kleine Boot individuell auf die Bedürfnisse des Einzelnen angepasst werden kann.

Momentan kann Heiko Kröger allerdings nur selten an Rennen teilnehmen. Da das Internationale Paralympische Komitee Para Segeln für die Paralympischen Spiele 2020 in Tokio aus dem Programm gestrichen hat, stehen nur noch wenige Fördermittel zur Verfügung. „Die finanzielle Belastung ist zu hoch und auch die Logistik, um die Boote zu transportieren, ist ohne größere Unterstützung einfach zu schwierig“, sagt Kröger. Viele Seglerinnen und Segler müssten ihren Sport aufgeben. Dennoch ist er zuversichtlich: „Die Strukturen im Para Segeln sind in den letzten Jahren zunehmend professioneller geworden. Das wird uns helfen, in Zukunft wieder bei den Paralympics dabei zu sein“ – möglicherweise ja schon 2024 in Paris.

Die Europameisterschaft wird sich der erfahrene Segler auf keinen Fall entgehen lassen. „Die Vorfreude ist groß und auch die Aufregung baut sich langsam auf“, betont Kröger und ergänzt: „Der Nervenkitzel vor dem Start ist auch nach all den Jahren noch der gleiche.“ Wenn alles nach Plan läuft, wird Heiko Kröger seiner imposanten Titelsammlung am 24. Juni auch noch den Titel des Europameisters hinzufügen können.

Die deutschen Starter bei den Para Segeln-Europameisterschaften in Kiel: Heiko Kröger (52, Waldbröl, Norddeutscher Regatta Verein), Jens Kroker (49, Hamburg, Yachtclub Berlin-Grünau e.V.), Lasse Klötzing (26, Berlin, PSC Berlin).

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