• Ein Handbike-Fahrer mit dem Slogan: Ich kann zwar nicht laufen, aber aufs Treppchen komm ich trotzdem
  • Eine Bogenschützin im Stehen mit dem Slogan: Meine Behinderung sieht man mir nicht an. Aber meinen Siegeswillen.
  • Ein blinder Fußballspieler mit Augenbinde und dem Slogan: Ich habe zwar noch nie ein Tor gesehen, aber ich weiß wie man eins schießt.
  • Eine Handbike-Farerin mit dem Slogan: Man muss nicht laufen können, um die Konkurenz stehen zu lassen.
  • Ein Mann dem eine Hand fehlt, der ein Segel montiert mit dem Slogan: Ob mir eine zweite Hand helfen könnte? Beim Aufhängen der Trophäen vielleicht.

Christiane Reppe bekam im Rahmen der Sportlergala in Dresden eine neue Goldmedaille von Rio 2016 verliehen, nachdem das Original kurz nach den Spielen geklaut worden war

Christiane Reppe mit ihren Eltern – und neuer Goldmedaille

Frechen, 9. April 2017. Christiane Reppe traute ihren Augen kaum und wusste nicht wie ihr geschieht. Im Rahmen der Sportlergala in ihrem Geburtsort erhielt die Radsportlerin nicht nur den „Sonderpreis der Landeshauptstadt Dresden für sportliche Spitzenleistungen“, sondern auch die Goldmedaille von Rio 2016 – zwar nicht das Original, das ihr auf einer Pressekonferenz in Berlin Anfang Oktober 2016 offensichtlich entwendet worden war, doch dafür eine neue Medaille. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert überreichte der Paralympicssiegerin mit dem Handbike das ersehnte Edelmetall in einer feierlichen Zeremonie. Es war ein emotionaler und ergreifender Moment für die 29-Jährige – und Freudentränen gab es nicht nur auf der Bühne.

Die Suche nach dem Original war ergebnislos geblieben, die Enttäuschung groß. „Das ruiniert mir ein bisschen meinen Erfolg“, hatte Reppe gesagt. Ein Paralympics-Titel ohne Goldmedaille ist nur halb so viel wert. „Es hat sie hart getroffen und war ein Einschnitt, es fehlte einfach etwas ganz Entscheidendes“, berichtet Vater Hans-Jürgen Reppe. Gemeinsam mit der Stadt Dresden und dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) startete er deswegen die Mission „Ersatz-Gold“, unter anderem mit Briefen ans Internationale Paralympische Komitee (IPC).

„Es ist schlimm genug, dass jemand während einer Veranstaltung eine Goldmedaille klaut, umso schöner und nicht unbedingt selbstverständlich ist es, dass das IPC einen Ersatz zur Verfügung gestellt hat. Dafür bedanken wir uns – ebenso für den tollen Einsatz unserer DBS-Mitarbeiterin Jana Ong-Chin“, erklärt DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher, der in einem Gespräch mit IPC-Präsident Sir Philip Craven auch persönlich noch einmal auf den Fall hingewiesen hatte. Hans-Jürgen Reppe freute sich, dass die Überraschung für seine Tochter bei der Sportlergala in Dresden glückte. „Es haben sehr viele an dieser wunderbaren Aktion mitgewirkt. Das ist ein schöner menschlicher Zug.“

Und Christiane Reppe? Die war absolut happy über ihr Ersatz-Gold aus Rio und aufgrund der feierlichen Übergabe bei der Sportlergala zu Freudentränen gerührt. „Ich kann es kaum fassen und bin überglücklich. Den Moment, als mir noch einmal die paralympische Goldmedaille um den Hals gehängt wurde, werde ich nicht vergessen. Es bedeutet mir sehr viel, dass sich so viele liebe Menschen für mich eingesetzt haben – das macht diese Medaille noch wertvoller“, erklärt Paralympicssiegerin. Und Ende August will sie bei der Para Radsport-WM in Südafrika um neues Gold kämpfen – dann wieder auf sportlichem Weg.

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