• Ein Handbike-Fahrer mit dem Slogan:
  • Eine Bogenschützin im Stehen mit dem Slogan:
  • Ein blinder Fußballspieler mit Augenbinde und dem Slogan:
  • Eine Handbike-Farerin mit dem Slogan:
  • Ein Mann dem eine Hand fehlt, der ein Segel montiert mit dem Slogan:

Ski alpin: Andrea Rothfuss jubelt nach zwei starken Läufen im Riesenslalom über den WM-Titel – Silber für Anna Schaffelhuber

Frechen, 30. Januar 2017. Erst Jubel, dann Freudentränen: Andrea Rothfuss hat bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften im italienischen Tarvisio für eine Überraschung gesorgt und im Riesenslalom sensationell die Goldmedaille gewonnen. Nach zweimal Silber und einmal Bronze zuvor schaffte es die 27-Jährige in der Startklasse Damen stehend diesmal ganz nach oben aufs Podium und verwies Favoritin Marie Bochet mit sieben Zehnteln Vorsprung auf Rang zwei. Außerdem holte Monoskifahrerin Anna Schaffelhuber Silber.

Andrea Rothfuss sorgte bereits im ersten Durchgang für mächtig Spannung und lag mit 0,02 Sekunden nur hauchdünn hinter ihrer französischen Rivalin Marie Bochet. Mit einem starken Lauf und toller Fahrt vor allem im Steilhang verschaffte sich die 27-Jährige vom VSG Mitteltal eine hervorragende Ausgangsposition. Das Motto für den zweiten Durchgang lautete: voll auf Angriff. Und dieses Vorhaben setzte sie bravourös in die Tat um und steigerte sich nochmals. „Ich wusste im Ziel direkt, dass mir der Lauf der richtig gut gelungen ist, und ich habe mir gedacht, wenn es jetzt nicht reicht, dann weiß ich es auch nicht mehr“, erklärte Rothfuss, die mit bangem Blick zum Zielhang schaute. Doch es reichte – der Rest war pure Freude.

Mit einer Gesamtzeit von 2:22,42 Minuten sicherte sich die Paralympicssiegerin die Goldmedaille bei der WM. „Es war im letzten Jahr so eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit meiner schweren Verletzung – und jetzt hole ich den WM-Titel vor Marie Bochet. Diese Medaille ist mir noch mehr wert als Gold in Sotschi“, jubelte Rothfuss, der von Geburt an der linke Unterarm fehlt. Und Bundestrainer Justus Wolf fügte hinzu: „Ich freue mich enorm für Andrea. Sie hat sich sehr gut bewegt und alles umgesetzt, was wir besprochen haben. Es ist sensationell, dass es so aufgegangen ist.“

Nicht richtig in Fahrt kamen hingegen im teils sehr flachen Streckenprofil die Monoskifahrerinnen Anna Schaffelhuber (TSV Bayerbach) und Anna-Lena Forster (BRSV Radolfzell), die nach dem ersten Lauf auf den Plätzen drei und vier lagen – mit deutlichem Rückstand auf die Österreicherin Claudia Lösch. Schaffelhuber zeigte einen starken zweiten Durchgang, fuhr Laufbestzeit und verbesserte sich damit noch auf den Silberrang. „Natürlich hätte ich lieber Gold geholt, zumal ich in der Saison gezeigt habe, dass ich im Riesenslalom eigentlich die Schnellere bin. Doch das war nicht mein Streckenprofil mit dem sehr flachen Teilstück, wobei ich mit dem zweiten Lauf zufrieden bin“, sagte die querschnittgelähmte 24-Jährige. Zweimal Gold und zweimal Silber in vier Rennen sind dennoch eine überragende Bilanz. Anna-Lena Forster landete auf Platz vier und will im abschließenden Slalom am Dienstag noch einmal angreifen.

Kein gutes Pflaster ist Tarvisio für Georg Kreiter (RSV Murnau). Der Doppelweltmeister von 2015 verpasste auch im Riesenslalom die Titelverteidigung und schied wie bereits in der Superkombination nach dem ersten Durchgang aus. „Ich bin volles Risiko gegangen, bin allerdings an der zweiten Schlüsselstelle nicht so gefahren, wie ich es mir vorgenommen hatte“, haderte der 31-Jährige. So verdrehte es ihn nach einem Schlag unmittelbar vor dem Flachstück – und das Rennen war gelaufen. Das endgültige Aus am Zielhang spielte daher auch keine Rolle mehr. „Den Fehler habe ich oben gemacht, da habe ich einmal zu wenig aufgepasst“, so Kreiter.

Gemischte Gefühle hatten die drei Neulinge nach ihrer WM-Premiere. Die erst 16-jährige Anna-Maria Rieder (RSV Murnau / Damen stehend) kam im ersten Lauf mit der viertbesten Zeit ins Ziel, wurde allerdings aufgrund eines Torfehlers nachträglich disqualifiziert. Die sehbehinderte Noemi Ristau (25 / SF/BG Marburg) mit ihrem Guide Lucien Gerkau steigerte sich ebenso wie Monoskifahrerin Ruth Hagspiel (25 / TV Kempten) im zweiten Durchgang. Am Ende reichte es zu den Plätzen fünf und sieben. „Das war absolut zufriedenstellend, sie sollen hier primär Erfahrungen sammeln mit Blick auf die Zukunft“, erklärte Bundestrainer Justus Wolf.

Nach vier von fünf Wettkampftagen hat das deutsche Team bereits dreimal Gold, viermal Silber und zweimal Bronze gewonnen. Weiter gehen die Wettkämpfe der rund 140 Sportlerinnen und Sportler aus 30 Ländern am Dienstag mit dem Slalom zum Abschluss.

Hintergründe zu den Sportlerinnen und Sportlern unserer Deutschen Paralympischen Mannschaft finden Sie unter www.deutsche-paralympische-mannschaft.de.

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