BRSH Logo HP2020

  • Ein Handbike-Fahrer mit dem Slogan: Ich kann zwar nicht laufen, aber aufs Treppchen komm ich trotzdem
  • Eine Bogenschützin im Stehen mit dem Slogan: Meine Behinderung sieht man mir nicht an. Aber meinen Siegeswillen.
  • Ein blinder Fußballspieler mit Augenbinde und dem Slogan: Ich habe zwar noch nie ein Tor gesehen, aber ich weiß wie man eins schießt.
  • Eine Handbike-Farerin mit dem Slogan: Man muss nicht laufen können, um die Konkurenz stehen zu lassen.
  • Ein Mann dem eine Hand fehlt, der ein Segel montiert mit dem Slogan: Ob mir eine zweite Hand helfen könnte? Beim Aufhängen der Trophäen vielleicht.

Bei den Straßen-Weltmeisterschaften im Para Radsport im portugiesischen Cascais vom 9. bis 13. Juni hat die deutsche Mannschaft fünf Weltmeistertitel und insgesamt 17 Medaillen gewonnen. Am letzten Wettkampftag gewannen Jana Majunke und Annika Zeyen Gold, außerdem holte Angelika Dreock-Käser eine Bronzemedaille.

Annika Zeyen | Foto: Oliver Kremer / DBS Im Straßenrennen der Klasse T2 der Frauen fuhren die Dreiradfahrerinnen Jana Majunke und Angelika Dreock-Käser zwei Medaillen ein. Bereits mit Silber im Zeitfahren dekoriert, gewann Majunke den Sprint und damit das Weltmeistertrikot, Dreock-Käser wurde Dritte. „Ich hätte mit diesem Ergebnis heute nicht gerechnet, weil ich nicht so gut ins Rennen reingekommen bin“, erzählte Majunke. „Das Tempo war von Beginn an sehr hoch und wir sind alle in einer Gruppe zusammengeblieben. 300 m vor dem Ziel habe ich den Zielsprint angesetzt; ich bin happy über das Ergebnis.“

Nach Bronze im Teamrelay und Silber im Einzelzeitfahren komplettierte Handbikerin Annika Zeyen ihre Medaillensammlung mit der Goldmedaille im Straßenrennen und verteidigte damit ihren Titel von 2019. Zeyen fuhr mit zwei weiteren Fahrerinnen in der zweiten von sieben Runden (58,8 Kilometer) aus dem Feld davon, und im Schlusssprint hatte sie die Nase vorn. „Wir waren ab dem Berg in der zweiten Runde zu dritt und haben gut zusammengearbeitet. Am Ende war es dann ein Sprint Finish. Hätte nicht gedacht, dass ich den Sprint gewinnen kann, ich freue mich riesig“, strahlte Zeyen nach der Siegerehrung.

Dreiradfahrer Maximilian Jäger, der zu Beginn der Weltmeisterschaften in die leistungsstärkere Klasse T2 reklassifiziert wurde, belegte wie schon im Zeitfahren auch im Straßenrennen über vier Runden den sechsten Platz. „Das Straßenrennen lief gut, es war ein sehr taktisches Rennen“, sagte Jäger. „Die zweite und dritte Runde bin ich zum Teil allein gefahren, dann habe ich mich mit dem Kolumbianer in der Führung abgewechselt. In der letzten Runde bin ich dann wieder an die Hauptgruppe herangekommen. Ich hatte am Ende sehr schwere Beine und kam als Sechster ins Ziel, damit bin ich mehr als zufrieden.“

Bernd Jeffré belegte im Rennen der Klasse H4 der Männer den 13. Platz. Andrea Eskau erlitt im Straßenrennen der Klasse H5 der Frauen einen technischen Defekt und musste das Rennen leider aufgeben.

„Es war eine super Veranstaltung, angefangen bei der Anreise, wo alles funktioniert hat, die Veranstaltung selbst war wirklich gut organisiert, auch unter Berücksichtigung der Coronavirus-Situation. Dadurch, dass es auf dieser Formel-1-Rennstrecke war, war man in einem abgeschotteten Bereich, das war richtig gut, und mein Betreuerteam hat sehr gut funktioniert“, lobte Bundestrainer Tobias Bachsteffel das portugiesische Organisationsteam und seinen Betreuerstab.

Am Samstag, 12. Juni, gewann das deutsche Team bereits zwei Straßenrennen. Pierre Senska in der Klasse C1 der Männer und Maike Hausberger in der Kategorie C2 der Frauen konnten sich jeweils im Sprint durchsetzen. Angelika Dreock-Käser gewann das Einzelzeitfahren der Klasse T2 der Frauen, außerdem konnten die Handbiker im prestigeträchtigen Teamrelay eine Bronzemedaille holen.

„Alle Leistungsträger haben gezeigt, was sie können, nur Steffen Warias war leider durch den Sturz beeinträchtigt. Alle haben abgeliefert, die abliefern wollten und sollten. Das Teamrelay war gut, da würde ich mir in Tokio eine Medaille wünschen. Im Zeitfahren wie auch im Straßenrennen der T2 der Frauen haben wir tolle Weltmeistertitel geholt, dann noch Annika Zeyen heute, die wirklich ein supergeiles Finish abgeliefert hat. Ich bin in Summe sehr zufrieden“, zog Bachsteffel ein sehr gutes Fazit der Titelkämpfe.

Insgesamt hat das deutsche Team 17 Medaillen geholt – fünfmal Gold, sechsmal Silber und sechsmal Bronze. Das Rennen der Klasse H3 der Männer mit Vico Merklein ist noch nicht beendet.

Weitere Informationen und Ergebnisse rund um die WM im Para Radsport gibt es unter https://www.uci.org/para-cycling.

 

Das deutsche Team für die WM:
Kerstin Brachtendorf (49 / BPRSV e.V. / Mendig), Angelika Dreock-Käser (54 / BPRSV e.V. / Bremervörde), Andrea Eskau (50 / USC Magdeburg / Apolda), Maike Hausberger (26 / BPRSV e.V. / Trier), Maximilian Jäger (21 / BPRSV e.V. / Bad Kissingen), Bernd Jeffré (57 / Gymnastik-Club 1965 Nendorf e.V. / Kiel), Jana Majunke (30 / BPRSV e.V. / Cottbus), Vico Merklein (43 / Gymnastik-Club 1965 Nendorf e.V. / Berlin), Matthias Schindler (39 / BSV München & RV Union 1886 Nürnberg e.V. / Regensburg), Steffen Warias (36 / BSV München / Tübingen), Denise Schindler (35 / BPRSV e.V. / Chemnitz), Pierre Senska (32 / BPRSV e.V. / Berlin), Michael Teuber (53 / BSV München / Tegernsee), Tobias Vetter (39 / BSV München / Gera), Annika Zeyen (36 / SSF Bonn / Bonn).

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.