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  • Ein Handbike-Fahrer mit dem Slogan: Ich kann zwar nicht laufen, aber aufs Treppchen komm ich trotzdem
  • Eine Bogenschützin im Stehen mit dem Slogan: Meine Behinderung sieht man mir nicht an. Aber meinen Siegeswillen.
  • Ein blinder Fußballspieler mit Augenbinde und dem Slogan: Ich habe zwar noch nie ein Tor gesehen, aber ich weiß wie man eins schießt.
  • Eine Handbike-Farerin mit dem Slogan: Man muss nicht laufen können, um die Konkurenz stehen zu lassen.
  • Ein Mann dem eine Hand fehlt, der ein Segel montiert mit dem Slogan: Ob mir eine zweite Hand helfen könnte? Beim Aufhängen der Trophäen vielleicht.

Die Dreiradfahrerin Angelika Dreock-Käser hat bei den Weltmeisterschaften im Para Radsport im portugiesischen Cascais ihren ersten Weltmeistertitel gewonnen. Sie war im Zeitfahren der Klasse T2 der Frauen die Schnellste, ihre Teamkollegin Jana Majunke gewann die Silbermedaille. Bei den Handbikern gewann Annika Zeyen ebenfalls Silber, Vico Merklein holte eine Bronzemedaille.

Vico Merklein | Foto: Oliver Kremer / DBSMatthias Schindler hat am zweiten Tag der Weltmeisterschaften im Para Radsport den Titel im Einzelzeitfahren nur um eine Sekunde verpasst. Auch Maike Hausberger gewann eine Silbermedaille, dazu holten Kerstin Brachtendorf, Denise Schindler und Michael Teuber jeweils Bronzemedaillen, so dass das deutsche Team über fünf Medaillen jubelte.

In einem knappen Einzelzeitfahren holten Dreock-Käser und Majunke einen Doppelsieg, nach 16,8 Kilometern war Dreock-Käser sieben Sekunden vor Majunke. „Es war heute der perfekte Tag. Nicht zu warm, 18 Grad, bewölkt, das ist das richtige Wetter für mich, der Wind war heute auch nicht ganz so schlimm, so dass ich kurzfristig auf die Hochprofilfelgen umgerüstet habe. Ich habe mich von Anfang an gut gefühlt und bin die Runden sehr gleichmäßig schnell gefahren. Die Abstände waren knapp, aber am Ende zählt eben die Medaille“, strahlte die frischgebackene Weltmeisterin.
Auch Jana Majunke freute sich über ihre Platzierung: „Es war für mich das erste Rennen seit fast 18 Monaten. Ich bin als erste in meiner Startklasse gestartet und bin die Runden recht gleichmäßig gefahren. Am Ende waren fast alle Starter recht nahe beieinander, sodass ich mit dem 2. Platz zufrieden sein kann. Ich hoffe, dass ich im Straßenrennen eine ähnliche Leistung abliefern kann.“

Maximilian Jäger war zu Beginn der Weltmeisterschaften von der Kategorie T1 in die leistungsstärkere Klasse T2 reklassifiziert worden. Bei seinem ersten Start in der neuen Rennklasse wurde der 21-jährige Sechster. „Das Zeitfahren lief bei mir sehr gut, ich bin mit Platz sechs mehr als zufrieden“, sagte Maximilian Jäger. „Der Kurs kam mir sehr entgegen, weil es bergauf und bergab ging, der Wind war heute nicht so extrem wie die letzten Tage, das kam mir auch noch zugute. Jetzt freue ich mich aufs Straßenrennen am Sonntag.“

Annika Zeyen setzte die Reihe guter Ergebnisse fort. Bei ihrer zweiten Weltmeisterschaft im Para Radsport fuhr sie auf Platz zwei in der Klasse H3 der Frauen, nur 21 Sekunden hinter der Siegerin. „Ich bin sehr happy. Es war schwer einzuschätzen, wo man steht, und das Rennen ist gut für mich gelaufen. Ich bin mit meiner Zeit zufrieden und freue mich riesig über den Vizeweltmeistertitel“, meinte die frühere Rollstuhlbasketballerin.

In der stark besetzten Klasse H3 der Männer gewann Vico Merklein die Bronzemedaille. „Ich bin auf jeden Fall zufrieden mit dem Ergebnis“, sagte der 43-jährige. „Nach 21 Monaten ohne Rennen gleich mit der WM anzufangen, da ist ein dritter Platz mehr als ausreichend. Es war anstrengend, aber auch schön, weil es wieder ein richtiger Wettkampf war mit Adrenalin und den Leuten drumherum, dementsprechend bin ich eigentlich sehr glücklich. Jetzt weiß ich, wo ich stehe, und am Sonntag werden die Karten im Straßenrennen nochmal neu gemischt.“

Andrea Eskau wurde im Zeitfahren der Klasse H5 der Frauen Vierte, Bernd Jeffré belegte den 14. Platz in der Klasse H4 der Männer. „Für so ein langes Einzelzeitfahren war die Leistung ganz gut, aber vor allem mit der Platzierung bin ich trotzdem unzufrieden. Es ist noch ausbaufähig, aber man darauf aufbauen und das Training danach steuern“, sagte Jeffré nach dem Rennen.

Bundestrainer Tobias Bachsteffel zog nach dem zweiten Zeitfahrtag eine positive Bilanz: „Es gab heute tolle, auch überraschende Leistungen. Vor allem Angelika Dreock-Käser mit ihrem Weltmeistertitel war sehr gut. Vico Merklein konnte sich wieder behaupten, auch Annika Zeyen und Jana Majunke konnten ihre Leistungsfähigkeit bestätigen, entsprechend bin ich sehr zufrieden mit diesem Tag.“

Insgesamt hat das deutsche Team damit zehn Medaillen geholt – einmal Gold, viermal Silber und fünfmal Bronze. Am Samstag, 12. Juni, gehen die Weltmeisterschaften mit den Straßenrennen der Zweiradfahrer weiter.

Weitere Informationen und Ergebnisse rund um die WM im Para Radsport gibt es unter https://www.uci.org/para-cycling.

 

Das deutsche Team für die WM:
Kerstin Brachtendorf (49 / BPRSV e.V. / Mendig), Angelika Dreock-Käser (54 / BPRSV e.V. / Bremervörde), Andrea Eskau (50 / USC Magdeburg / Apolda), Maike Hausberger (26 / BPRSV e.V. / Trier), Maximilian Jäger (21 / BPRSV e.V. / Bad Kissingen), Bernd Jeffré (57 / Gymnastik-Club 1965 Nendorf e.V. / Kiel), Jana Majunke (30 / BPRSV e.V. / Cottbus), Vico Merklein (43 / Gymnastik-Club 1965 Nendorf e.V. / Berlin), Matthias Schindler (39 / BSV München & RV Union 1886 Nürnberg e.V. / Regensburg), Steffen Warias (36 / BSV München / Tübingen), Denise Schindler (35 / BPRSV e.V. / Chemnitz), Pierre Senska (32 / BPRSV e.V. / Berlin), Michael Teuber (53 / BSV München / Tegernsee), Tobias Vetter (39 / BSV München / Gera), Annika Zeyen (36 / SSF Bonn / Bonn).

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