• Ein Handbike-Fahrer mit dem Slogan: Ich kann zwar nicht laufen, aber aufs Treppchen komm ich trotzdem
  • Eine Bogenschützin im Stehen mit dem Slogan: Meine Behinderung sieht man mir nicht an. Aber meinen Siegeswillen.
  • Ein blinder Fußballspieler mit Augenbinde und dem Slogan: Ich habe zwar noch nie ein Tor gesehen, aber ich weiß wie man eins schießt.
  • Eine Handbike-Farerin mit dem Slogan: Man muss nicht laufen können, um die Konkurenz stehen zu lassen.
  • Ein Mann dem eine Hand fehlt, der ein Segel montiert mit dem Slogan: Ob mir eine zweite Hand helfen könnte? Beim Aufhängen der Trophäen vielleicht.

Para Leichtathletik-EM: Merle Menje gewinnt mit Silber ihre dritte Medaille, Nicole Nicoleitzik ihr zweites Silber - Bronze für die Kugelstoßer Mathias Schulze und Sebastian Dietz

Nicole Nicoleitzik | Foto: Binh Truong / DBSBei den Para Leichtathletik-Europameisterschaften im polnischen Bydgoszcz hat das deutsche Team die Medaillenanzahl nach vier Tagen auf 14 erhöht. Nicole Nicoleitzik und Merle Menje freuten sich über ihre zweite Silbermedaille, die Kugelstoßer Mathias Schulze und Sebastian Dietz waren mit Bronze nicht ganz zufrieden.

Nicole Nicoleitzik hat im Foto-Finish ihre zweite Silbermedaille der EM gewonnen: In 15,01 Sekunden sprintete sie über 100 Meter nach der Niederländerin Cheyenne Bouthoorn ins Ziel, blieb aber hauchdünn vor der Ukrainerin Yelyzaveta Henkina und verteidigte ihren zweiten Platz. „Das war ja ein ganz enges Ding“, sagte die 25-Jährige, die beim TV Püttlingen von Evi Raubuch trainiert wird: „Ich war viel nervöser als vor den 200 Metern und habe im Startblock gezittert. So ganz zufrieden bin ich nicht mit mir, aber es war okay. Ich hatte mir eine 14er-Zeit erhofft, aber jetzt habe ich noch zwei Chancen, die Norm für Tokio zu erfüllen.“

Ihre dritte Medaille im vierten Rennen bejubelte Merle Menje über 800 Meter. Die 16-jährige Rennrollstuhlfahrerin startete am Tag nach ihrem ersten EM-Titel über 400 Meter flott und setzte sich an die Spitze des Feldes, nach einer Runde kam die Schweizerin Patricia Eachus nach vorne und hielt sich dort – Menje kam im Schlussspurt noch auf zwei Hundertstelsekunden ran, doch Eachus siegte mit EM-Rekord und Menje erkämpfte sich in 1:52,04 Minuten Silber. „Ich bin sehr zufrieden, die letzten Meter taten weh, aber ich bin froh, dass ich noch so nah rangekommen bin“, sagte Menje, die für den Stadt-Turnverein Singen startet und von Paul Odermatt trainiert wird: „Es ist genau so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich wusste, dass ich am Schnellsten wegkomme und Patricia anschließen kann – es kam nur darauf an, wie der Schlussspurt ausging und damit kann ich zufrieden sein.“

Nicht ganz glücklich waren hingegen die Kugelstoßer – trotz Medaillen. Mathias Schulze haderte mit seiner Weite, wenngleich der 37-Jährige vom BPRSV Cottbus Bronze gewann. Mit 14,79 Metern im fünften Versuch blieb Schulze deutlich unter seiner Saisonbestleistung von 15,56 Metern, die für Gold gereicht hätte. „Mit der Leistung bin ich nicht zufrieden, die 15 Meter habe ich drauf, das konnte ich hier nicht umsetzen. Es war mehr drin, das ist für mich wirklich enttäuschend“, sagte der Europameister von Berlin 2018: „Aber mit Bronze bin ich zufrieden. Wir sind jetzt noch im Kraftaufbau, daher ist das eine Momentaufnahme, ich hoffe aber, dass das bald besser wird. Da geht noch mehr.“

Bronze gab es auch für Kugelstoßer Sebastian Dietz, nachdem der Rio-Paralympicssieger bei der WM 2019 erstmals seit 2012 ohne Medaille geblieben war. Der 36-Jährige von der BSG Bad Oeynhausen landete mit Saisonbestweite von 14,50 Metern auf Platz drei hinter den beiden starken Russen. „Grundsätzlich war es wichtig, die EM auf dem Weg nach Tokio mitzunehmen, aber es ist nur ein Step, es ist aus vollem Training. Wichtig war es, mich nach Dubai – als ich auf die Schnauze bekommen habe – zurückzumelden“, sagte Dietz, der von Alexander Holstein trainiert wird und damit rechnet, bei den Paralympics für eine Medaille möglicherweise über 16 Meter stoßen zu müssen: „Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt mit Rang drei in Europa leben, es ist eine Medaille und ich habe gezeigt, dass ich da bin. Das ist jetzt auch nicht überragend, aber immerhin mal eine Weite. Knallen muss es in Tokio, nicht hier – und deshalb ist es eine gewonnene Medaille, die wir mitnehmen.“

Das deutsche Team hat nun nach vier EM-Tagen schon 14 Medaillen: Drei Mal Gold, fünf Mal Silber und sechs Mal Bronze. Am Samstag haben zum Abschluss Sprinter Marcel Böttger mit Guide Alexander Kosenkow über 100 Meter, Merle Menje über 5000 Meter, Mathias Mester im Speerwurf und Felix Krüsemann über 1500 Meter Chancen auf weitere starke Ergebnisse.

Weitere Informationen und Ergebnisse rund um die Para Leichtathletik-EM gibt es unter www.paralympic.org/bydgoszcz-2021

 

Das deutsche Team für die EM:
Marcel Böttger (28 / BSG Bad Oeynhausen / Kassel), Alexander Kosenkow - Guide von Marcel Böttger (44 / TV Wattenscheid & BSG Bad Oeynhausen / Tokmak (Ukraine)), Felix Krüsemann (20 / RSV Eintrach Stahnsdorf / Berlin), Markus Rehm (32 / TSV Bayer 04 Leverkusen / Göppingen), Yannis Fischer (19 / StTV Singen / Singen), Niko Kappel (26 / VfB Stuttgart / Schwäbisch-Gmünd), Mathias-Uwe Schulze (37 / BPRSV e.V. / Magdeburg), Mathias Mester (34 / 1. FC Kaiserslautern / Münster), Janne Engeleiter (25 / BPRSV e.V. / Rathenow), Nicole Nicoleitzik (25 / TV Püttlingen / Saarlouis), Lindy Ave (22 / HSG Uni Greifswald / Neubrandenburg), Merle Menje (16 / StTV Singen / Mainz), Marie Brämer-Skowronek (30 / SC Magdeburg / Wolmirstedt), Frances Herrmann (31 / BPRSV e.V. / Cottbus), Martina Willing (61 / BPRSV e.V. / Pasewalk), Sebastian Dietz (36 / LAV Bünde & BSG Bad Oeynhausen / Worms).

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