• Ein Handbike-Fahrer mit dem Slogan: Ich kann zwar nicht laufen, aber aufs Treppchen komm ich trotzdem
  • Eine Bogenschützin im Stehen mit dem Slogan: Meine Behinderung sieht man mir nicht an. Aber meinen Siegeswillen.
  • Ein blinder Fußballspieler mit Augenbinde und dem Slogan: Ich habe zwar noch nie ein Tor gesehen, aber ich weiß wie man eins schießt.
  • Eine Handbike-Farerin mit dem Slogan: Man muss nicht laufen können, um die Konkurenz stehen zu lassen.
  • Ein Mann dem eine Hand fehlt, der ein Segel montiert mit dem Slogan: Ob mir eine zweite Hand helfen könnte? Beim Aufhängen der Trophäen vielleicht.

3:0 gegen die USA: Mit einer überzeugenden Leistung hat die deutsche Sitzvolleyball-Nationalmannschaft ihr Spiel in der zweiten Gruppenphase gewonnen und steht nun am Freitag im Halbfinale gegen die Ukraine.

Jubel über den Halbfinal-Einzug | Foto: Ralf Kuckuck / DBSDer Gegner aus den USA hatte am Morgen kurzzeitig für Aufsehen gesorgt, als die Amerikaner den Favoriten aus Kasachstan ein umkämpftes Match boten. Die deutschen Herren ließen in ihrem K.O.-Spiel am Abend in Duisburg allerdings nichts anbrennen und siegten überlegen mit 3:0 (25-14/ 25-19/ 25-17). Im Halbfinale trifft Deutschland am Freitag, 15 Uhr, auf die Ukraine - ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum Tokio-Ticket.

Das Team von Michael Merten trat fokussiert und entschlossen auf, wirkte zugleich aber deutlich lockerer als bei der gestrigen Niederlage gegen Kasachstan. Cheftrainer Merten variierte seine Startaufstellung leicht und brachte Lukas Schiwy für Jürgen Schrapp. Von Anfang an setzten die Deutschen ihre Gegner unter Druck, punkteten zunächst viel über Dominik Albrecht, nutzten aber ihre Variabilität aus und zeigten variantenreiche Spielzüge. So gingen sie schnell mit einigen Punkten in Führung und bauten diese im Satzverlauf aus.

Der zweite Satz gestaltete sich etwas ausgeglichener, insbesondere Zachary Upp überzeugte auf Seiten der Amerikaner und startete eine gefährliche Aufschlagserie. Doch die deutsche Mannschaft blieb konzentriert und glich die kurzzeitige amerikanische Führung schnell wieder aus. Mit Selbstvertrauen, hoher Aufmerksamkeit im Block und in der Sicherung zogen Hähnlein und Co. wieder vorbei und verbuchten auch diesen Durchgang auf ihrer Seite der Anzeigetafel.

Die USA zeigten sich zwar weiterhin kämpferisch, doch Cheftrainer Merten bot ihnen in Satz drei mit einigen Wechseln noch einmal Veränderung. Ein erfolgreicher Schachzug: Bei 25-17 machte seine Mannschaft den Sack zu und zog somit ins Halbfinale ein. „Der Sieg wurde von uns jetzt natürlich erwartet und wir wollten die Amerikaner unbedingt schlagen“, sagte ein glücklicher Michael Merten nach dem Spiel. „Wir wussten, dass wir das draufhaben und haben es umgesetzt.“

Die starke Performance der Amerikaner gegen Kasachstan am Morgen hatte aber auch den deutschen Coach kurz ins Schwitzen gebracht: „Es hat uns schlussendlich vielleicht ein bisschen in die Karten gespielt, dass sie heute Morgen ein anstrengendes Spiel hatten und vielleicht einige Körner gelassen haben. Ein bisschen nervös waren wir aber schon, denn wenn sie gewonnen hätten, hätten wir hier am Ende um Satz- oder sogar Punktverhältnisse spielen müssen. Dieser verrückte Turniermodus birgt einige Fallstricke - ich hoffe, es wird nie mehr in irgendeiner Sportart so ein Modus gespielt. Uns hat er nicht geschadet, wir sind weiter, aber ich habe schon ein bisschen Magengrummeln bekommen, dass wir am Ende die Ballpunkte zählen müssen“, beschreibt Merten seine Stimmungslage.

Nach dem Sieg geht der Blick des deutschen Teams nun direkt nach vorne. Zuspieler Torben Schiewe kennt die Stärken des Halbfinalgegners, weiß aber auch, was die eigene Mannschaft auszeichnet: „Die Vergangenheit zeigt, dass wir gerade bei engen Spielen, bei K.O.-Spielen immer da sind. Wir wissen, es geht morgen gegen die Ukraine, die ein sehr starker Gegner sind. In Rio haben sie uns geschlagen, zuletzt haben wir sie zweimal deutlich bezwungen und ich glaube, auch dieses Team haben wir drauf.“ Gut vorbereitet ist die ukrainische Mannschaft allerdings auch: Sie ist in den letzten Monaten jobtechnisch kürzergetreten und hat sich in Kiew gemeinsam auf das Qualifikationsturnier vorbereitet, weiß Merten. „Es sind die gleichen Spieler, aber sie sind zurzeit einfach viel besser trainiert und spielerisch vorbereitet. Doch so ist es nunmal: Wenn man zu den Paralympischen Spielen will, hat man einfach starke Gegner“, konstatiert er. „Vielleicht ist aber auch ein hartes Halbfinale der richtige Weg zur Vorbereitung auf ein hartes Finale.“

Aufseiten seiner Mannschaft sieht er trotzdem Vorteile: „Wir haben die bessere Bank. Die Ukraine hat zwei relevante Wechselspieler und ich habe fünf relevante Wechselspieler. Sie sind zwar eingespielter, da weiß jeder, wo der andere sitzt – aber das wissen wir eben auch von ihnen“; so Merten. Schiewe sieht es wie sein Trainer und prognostiziert: „Ich glaube, unsere Bank könnte der Schlüssel zum Turniersieg sein."

Das Halbfinale gegen die Ukraine findet am Freitag, 4. Juni, um 15 Uhr statt. Alle Spiele werden live auf Sportdeutschland.tv übertragen.

Weitere Informationen finden Sie auf der nationalen Veranstaltungsseite sowie der Website des Wetlverbands.

Der weitere Turnierverlauf:

Freitag, 4. Juni:
11 Uhr: CRO vs. CAN
15 Uhr: UKR vs. GER
18 Uhr: KAZ vs. CRO/CAN


Samstag, 5. Juni:
10 Uhr: Spiel um Platz 5
13 Uhr: Spiel um Platz 3
16 Uhr: Finale

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