Rollstuhlrugby: Deutschland verpasst bei der Heim-Europameisterschaft in Koblenz den Einzug ins Halbfinale und damit auch die direkte Qualifikation für die WM 2018

Frechen, 29. Juni 2017. Die Runde der besten vier Teams Europas erreichen und die direkte Qualifikation für die WM in Sydney 2018 packen – das war das große Ziel der deutschen Rollstuhlrugby-Nationalmannschaft bei den Heim-Europameisterschaften in Koblenz. Doch die routinierten Paralympics-Teilnehmer von 2016, Schweden und Frankreich, waren zu stark. Das Team von Cheftrainer Christoph Werner hat das Halbfinale verpasst und kann bestenfalls noch Fünfter werden.

Es bleibt dabei: Keine Medaille für die deutsche Rollstuhlrugby-Nationalmannschaft seit 2009 bei internationalen Top-Veranstaltungen. Durch eine deutliche 47:59-Pleite gegen Frankreich im letzten Gruppenspiel der Europameisterschaft in der Koblenzer Conlog Arena hat das deutsche Team den Halbfinal-Einzug verspielt. Anders als bei der Niederlage gegen Schweden, als die Gastgeber größtenteils eine starke Vorstellung zeigten und lange in Führung lagen, war gegen die Franzosen nichts zu holen. „Wir haben uns von Anfang an den Schneid abkaufen lassen“, zeigte sich Cheftrainer Werner enttäuscht und musste eingestehen: „Frankreich war eine Klasse besser.“ Jetzt heißt es, früh aufzustehen: Statt in der Vorschlussrunde gegen Champion Großbritannien geht es in der Platzierungsrunde am Freitag bereits um 11 Uhr gegen Außenseiter Irland.

Die Begegnung mit den Franzosen begann für den EM-Gastgeber schlecht – und setzte sich auch nicht viel besser fort. Nach Turnover und Strafzeit für Artur Bertram hieß es früh 0:2. Werner: „Wir hätten besser ins Spiel kommen müssen, so war es ein perfekter Start für die Franzosen.“ Von da an lief die deutsche Mannschaft permanent einem Rückstand hinterher, der sich stetig vergrößerte: 9:14 nach dem ersten Viertel. Das Team von Christoph Werner fand kein Mittel gegen das sichere Spiel des Gegners, zur Pause hieß es 22:28, Mitte des dritten Viertels war der Rückstand bereits auf schier unaufholbare zehn Punkte angewachsen (30:40). „Das ist Kopfsache“, stellte Coach Werner fest, „denn die Kondition hat gestimmt und die Taktik war klar.“ Wenig überraschend, dass er „einen kleinen Generationswechsel“ ankündigte: „Ich habe schon in der zweiten Halbzeit die jüngeren Leute eingesetzt.“

Die nun folgende Platzierungsrunde darf vom deutschen Team nicht auf die leichte Schulter genommen werden. „Wir können sogar noch absteigen“, warnte Werner. Wenn Irland geschlagen wird, hieße der nächste Gegner am Samstag (11.45 Uhr) im Spiel um Platz fünf Finnland oder Polen. Pikant: Christoph Werner war einmal polnischer Nationalcoach. Nach dem verpassten Halbfinale ist nun Platz fünf das Ziel.

Am letzten Vorrundenspieltag hatte sich Schweden durch ein 62:41 gegen Finnland den Gruppensieg gesichert. Es war ein ungleiches skandinavisches Derby. In der anderen Gruppe sicherten sich die Polen durch ein 50:42 gegen Irland Platz drei. Ihren souveränen Marsch durchs Turnier setzten die Briten mit dem 60:47 gegen stärker eingeschätzte Dänen fort und wurden souverän Erster. Großbritannien trifft im Halbfinale auf Frankreich, die andere Paarung ist ein Nord-Duell zwischen Schweden und Dänemark.

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